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Michael Bröning: Lob der Nation

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Michael Bröning: Lob der Nation

Europa droht eine Renaissance des Nationalismus. Nun empfiehlt der SPD-nahe Politikwissenschaftler Michael Bröning den progressiven Kräften ein "Lob der Nation" - als Basis eines starken Europas in einer unruhiger werdenden Welt.

Michael Bröning

Der deutsche Kulturbetrieb und auch viele deutsche politische Institutionen links der Mitte sind geradezu vernarrt in die Idee, dass der Nationalstaat überwunden gehört. Mitten in diese Debatte sticht nun eine Streitschrift von Michael Bröning. Sein Buch trägt den Titel "Lob der Nation". Untertitel: Warum wir den Nationalstaat nicht den Rechtspopulisten überlassen dürfen.

Er ist der Meinung, dass Demokratie, Partizipation, lokale und globale Gerechtigkeit, Solidarität, Integration, dass sich keines dieser Ziele, ohne Nationalstaat erreichen lässt. Seine Streitschrift ist auch deshalb so brisant, weil Bröning bei der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung arbeitet und die Linke das Thema Nationalstaat gerne weit von sich hält, zumindest aber mit großer Skepsis betrachtet.

Michael Bröning plädiert für einen linken Patriotismus, will dabei aber weder einen völkisch-ethnischen noch kulturellen Begriff der Nation Vorschub leisten. Aber das Thema sei schwierig, meint er. "Linke müssen immer den Spagat schaffen zwischen internationaler und nationaler Solidarität." Kann ein solcher Spagat gelingen? Oder wird das "Lob der Nation" von links nur ein hilfloser opportunistischer Versuch sein, den Anschluss an den Rechtstrend in Europa nicht zu verpassen?

Lob der Nation - Michael Bröning

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 02.07.2018 | 24:14 Min.

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