Einsam ist, wer unglücklich allein ist

Prof. Dr. Sonia Lippke

Einsam ist, wer unglücklich allein ist

In Großbritannien gibt es seit einiger Zeit ein Einsamkeitsministerium. Brauchen wir so eine Institution auch? Die Gesundheitspsychologin an der Bremer Jacobs University Sonia Lippke sucht nach Lösungen für die wachsende Isolation in unserer Gesellschaft.

Für Prof. Dr. Sonia Lippke ist Einsamkeit ansteckend. Sie betrifft junge wie alte Menschen, Frauen wie Männer und ist in allen gesellschaftlichen Schichten verbreitet. Das subjektive Gefühl der Einsamkeit deutet die Psychologin dabei als Alarmsignal. Wer sich "unglücklich allein" fühle, müsse die eigene seelische Fürsorge hinterfragen: Wie gehe ich mit mir und mit den Menschen in meiner Umgebung um? Aus ihrer Sicht sind Internet, Smartphone und Co. nicht grundsätzlich als Ursache für die wachsende Vereinsamung des Einzelnen anzusehen. Gerade für ältere Menschen mit geringerer Mobilität seien sie auch eine Chance, in Kontakt zu bleiben. Entscheidend ist, wie der Einzelne sich dem Gefühl der Einsamkeit stellt und notfalls bereit ist, den eigenen inneren Schweinehund zu überwinden, um Abhilfe zu schaffen. Einsamkeit ist keine Krankheit, so wenig wie das Altern oder die Traurigkeit. Und "sie lässt sich nicht mit ein paar Tabletten kurieren", sagt Sonia Lippke.

Redaktion: Jessica Eisermann

Einsam ist, wer unglücklich allein ist – Sonia Lippke

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 22.03.2018 | 28:35 Min.

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