Zweifel am Greenwashing der Konzerne

Klima-Graffiti

Zweifel am Greenwashing der Konzerne

So gut wie im Moment ging es den Deutschen schon lange nicht mehr; mehr als üblich haben Arbeit, die Steuern sprudeln, der Verbrauch steigt - aber weltweit spielt das Klima verrückt. Helfen da jetzt auch die Konzerne?

Der Wirtschaftsmotor läuft auf Hochtouren, die Regierung freut sich über satte Steuereinnahmen und viele Bürger über gute Gehälter, für die sie kräftig einkaufen und so Produktion und Verbrauch weiter ankurbeln. Die Müllberge wachsen, die Ressourcen werden knapper, das Klima wird heißer - aber keine Angst: die Rettung ist nah.

Die Konzerne wetteifern um die schönste Nachhaltigkeitsstrategie. Adidas und H&M machen Kleidung aus Plastik, das aus dem Meer gefischt wurde. Elektroautos sollen bald für saubere Luft sorgen und der Lebensmittelkonzern Nestlé verkündet, wie gut es den Bauern geht, die den Kaffee für die Nespresso-Kapseln anbauen, und verspricht, wirklich verantwortungsvoll mit dem vielen Aluminium umzugehen, das für die Kapseln verbraucht wird. Wir müssen also nur noch das Richtige kaufen und die Welt ist gerettet. Oder ist das alles eine Lüge? Eine grüne Lüge?

 Katrin Hartmann

Die Journalistin und Autorin Kathrin Hartmann beschäftigt sich seit Jahren mit grünen Lügen und der Weltenrettung als Geschäftsmodell. Sie hat sich in an vielen Orten angeschaut, wie die angeblich nachhaltige Produktion tatsächlich aussieht, hat Palmölplantagen auf Sumatra und Rinderfarmen in Brasilien besucht, aber auch den Braunkohle-Tagebau um die Ecke, Garzweiler in Nordrhein-Westfalen.

Buchtipp:

Kathrin Hartmann Journalistin & Autorin
Die grüne Lüge
Weltrettung als profitables Geschäftsmodell
(Blessing, 12. Februar 2018, € 15,00)

Redaktion: Mark vom Hofe

Greenwashing - Im Supermarkt rettet man nicht die Welt

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 28.02.2018 | 32:07 Min.

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