Die Kunst der Auseinandersetzung

Porträt Daniel-Pascal Zorn

Die Kunst der Auseinandersetzung

Mit Radikalen reden: Der Bochumer Philosoph Daniel-Pascal Zorn plädiert in der Redezeit für Diskussion und Debatte. Und dafür, sich auch mit extremen Meinungen auseinanderzusetzen - das stärke die Demokratie.

Pro gegen Contra, entweder/oder - dazwischen gibt es fast nichts, so beschreibt Daniel-Pascal Zorn die derzeitige Diskussionskultur in Deutschland, die geprägt ist von Zuspitzung, Vereinfachung, Polemik. Bestens Beispiel dafür: Die Migrationsdebatte mit ihren verhärteten Positionen in Sachen Flüchtlingspolitik. Der Philosoph, der für eine möglichst weitgehende Meinungsfreiheit eintritt, plädiert vehement dafür, dieser Situation mit Lust an der Auseinandersetzung zu begegnen. Dabei komme es nicht auf die Weltanschauung an - sondern auf die Argumente. Die Argumente müssen sich beweisen; wer besser argumentiert, gewinnt.

Daniel-Pascal Zorn ist überzeugt, dass sich bei diesem Wettstreit letztlich immer die demokratische Position durchsetzt, die auf Regeln der Vernunft basiert, während populistische Haltungen meist auf nicht logisch begründbaren Setzungen beruhen: "Vernunft verteidigt sich selbst und Unvernunft schlägt sich selbst", das würde auch der Blick in die Philosophiegeschichte zeigen: "Wir müssen wieder lernen zu argumentieren, miteinander zu reden. Wir müssen lernen, dass Rede vieldeutig sein kann, dass sie ironisch sein kann, dass sie andeutend sein kann. Wir müssen das gesamte rhetorische und argumentative Spektrum unserer Gesprächsführung wiedergewinnen."

Redaktion: Julia Lührs

Die Kunst der Auseinandersetzung - Daniel-Pascal Zorn

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 03.08.2018 | 27:18 Min.

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