Höflichkeit ist eine schöne Kunst - Enrico Brissa

Enrico Brissa

Höflichkeit ist eine schöne Kunst - Enrico Brissa

Sind gute Umgangsformen heute überflüssig? Oder brauchen wir Regeln für ein achtsames Miteinander angesichts eines wachsenden Egoismus' umso dringlicher? Der langjährige Protokollchef im Bundespräsidialamt Enrico Brissa plädiert für gutes Benehmen.

Enrico Brissa

Als Erika Pappritz und Karlheinz Graudenz Mitte der 1950er Jahre ihr "Buch der Etikette" veröffentlichten, formulierten sie darin bis ins kleinste Detail allgemein gültige Benimmregeln. Für Enrico Brissa offenbart das ein gänzlich falsches Verständnis von Höflichkeit. Für den langjährigen Leiter des Protokolls im Bundespräsidialamt und im Deutschen Bundestag sind gute Umgangsformen Ausdruck einer aufmerksamen, interessierten, wohlwollenden Kommunikation mit anderen Menschen. Sich hier auf gewisse (Spiel-)Regeln verlassen zu können, sei nicht als Gängelung zu verstehen, sondern vielmehr als Hilfe, um sich im Beruf wie im Privatleben gut zurechtzufinden: "Es geht um eine Haltung, die auf Rücksicht, Respekt und Aufmerksamkeit gründet." Je mehr in einer Gesellschaft von Egozentrikern das soziale Miteinander verloren gehe, desto größer sei die Unsicherheit. Man könne ja Regeln in Frage stellen, so Brissa "Was aber, wenn sie schon gar nicht mehr bekannt sind?"

Buchtipp:
Enrico Brissa (2018): Auf dem Parkett. Handbuch des weltläufigen Benehmens. München: Siedler. 272 Seiten (erscheint am 5.3.2018)

Redaktion: Jessica Eisermann

Höflichkeit ist eine schöne Kunst - Enrico Brissa

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 26.02.2018 | 28:42 Min.

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