Wolfskinder, Affenmädchen und der wilde Peter

Romulus und Remus-Statue in Rom

Wolfskinder, Affenmädchen und der wilde Peter

Kinder, die bei Tieren aufgewachsen sind und schließlich zu den Menschen zurückkehren: Kaspar Hauser ist der berühmteste Fall, aber bei weitem nicht der Einzige. Was hat es auf sich mit den so genannten "Wolfskindern"?

P.J. Blumenthal

Der Publizist P.J. Blumenthal hat Dutzende Beispiele aus der ganzen Welt zusammen getragen – und aus Hunderten Jahren der Weltgeschichte. Zum Beispiel die Geschichte vom desorientierten "Wilden Peter", der am 4. Mai 1724 auf einem Feld in der Nähe von Hameln gefunden wurde. Oder die des völlig verwahrlosten "Mädchens von Songi", das im September 1731 in der französischen Provinz Champagne auftauchte.

Dokumentiert sind solche Kaspar Hauser-artigen Beobachtungen des "Homo ferus" (Wolfskinds) seit dem 6. Jahrhundert nach Christus: Verwilderte, verwahrloste junge Menschen, die eines Tages plötzlich irgendwo auftauchen; die mal mehr, mal weniger gut sprechen können; die sich verhalten und vor allem bewegen wie Tiere. In manchen Weltgegenden häufen sich die Fälle; zum Beispiel im 19. Jahrhundert in Indien.

Was macht den Menschen aus – und was das Tier? Das waren die Fragen, die die Forscher brennend interessierten, die meist nicht lange auf sich warten ließen, wenn ein Wolfsmensch irgendwo entdeckt wurde. Die Sprache ist entscheidend, sagt der Münchener Philologe und Schriftsteller P.J. Blumenthal, geboren 1946 in New York, der sich seit Jahrzehnten mit dem Phänomen beschäftigt – und alle Fälle, die ihm bekannt werden, akribisch dokumentiert.

Literaturhinweis: P.J. Blumenthal: Kaspar Hausers Geschwister.
Franz Steiner Verlag, 2018.



Redaktion: Gundi Große

Wolfskinder, Affenmädchen und der wilde Peter - P.J. Blumenthal

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 10.04.2018 | 23:42 Min.

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