Zeitzeugin und Täterkind – Beate Niemann

Springerstiefel, gegen Rechts

Zeitzeugin und Täterkind – Beate Niemann

Als Tochter eines NS-Verbrechers ist Beate Niemann eine besondere Zeitzeugin, wenn sie Schulen besucht und Lesungen abhält. Ihr schlägt deshalb in der Neonazi-Szene besonderer Hass entgegen.

Die Erinnerung an die Vergangenheit ist häufig trügerisch. Diese Erfahrung musste Beate Niemann machen, die nach der Wiedervereinigung ihren Vater Bruno Sattler rehabilitieren lassen wollte, weil er in West-Berlin 1947 verschleppt wurde und in der DDR-Haft starb. Doch die Erforschung der Familiengeschichte führte zu der schmerzhaften Erkenntnis, dass der eigene Vater als früherer Gestapo-Chef in Belgrad für die Ermordung zehntausender Menschen während der NS-Zeit verantwortlich war.

Beate Niemann

Diese Einsicht, die ein langer Weg war, möchte Niemann weitergeben. Immer wieder spricht die Zeitzeugin heute in Schulen und Gedenkstätten über ihr Leben als Tochter eines Massenmörders. Dabei stößt sie auf Widerstand von Zuhörern, die ihre eigene Familiengeschichte lieber weiter in Schweigen hüllen, aber auch von Rechtsradikalen, die Veranstaltungen stören oder Ankündigungsplakate überkleben. Einige Lesungen konnten nur unter Polizeischutz stattfinden. Die Erinnerungen der Tochter und ihr Kampf gegen die Geschichtsklitterung sind für rechtsradikale Gruppen eine besonders gefährliche Provokation.

Redaktion: Jessica Eisermann

Zeitzeugin und Täterkind - Beate Niemann

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 18.06.2018 | 27:54 Min.

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