Georgien im Aufbruch?

Zaal Andronikashvili

Georgien im Aufbruch?

Die frühere Sowjetrepublik Georgien war lange ein weißer Fleck auf der Landkarte. Aktuelle entwickelt sich das kleine Land im Südkaukasus zum angesagten Urlaubsziel. Der Georgier Zaal Andronikashvili erzählt, was Deutschland und Georgien schon lange verbindet.

Das westlich orientierte Kaukasusland Georgien hat viel zu bieten: eine interessante und traditionsreiche Kultur, südliches Lebensgefühl, gutes Wetter, eine gute Küche, viel Gastfreundschaft und einen Hauch Exotik. Der Krieg mit Russland vor genau zehn Jahren im August 2008 ist so gut wie vergessen, obwohl die zu Georgien gehörenden Regionen Südossetien und Abchasien von Moskau unverändert kontrolliert werden und die Menschen in diesen Gebieten in großer Perspektivlosigkeit leben. In der Sprache der internationalen Politik ist dabei von "eingefrorenen Konflikten" die Rede. Diese ungelösten Konflikte sorgen unverändert für Spannungen zwischen Tiflis und Moskau und eine Lösung ist nicht in Sicht.

Die Mehrzahl der georgischen Bevölkerung strebt nach Europa und wäre gerne Mitglied in der EU. Aber diese Zukunftsaussichten sind durch den Stopp des Erweiterungsprozesses in der EU eher in die Ferne gerückt. Innenpolitisch braucht das Land unverändert weitere Reformen, um den Weg in eine demokratische Rechtsordnung weiter zu gehen. Erst im Mai gab es eindrucksvolle Proteste nach einem Einsatz von Sicherheitskräften in Nachtclubs in Tiflis. Mitte Oktober ist Georgien Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse und am 28. Oktober sind in Georgien Präsidenschaftswahlen angesetzt.

Redaktion: Jessica Eisermann

Georgien im Aufbruch? - Zaal Andronikashvili

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 08.08.2018 | 25:11 Min.

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Stand: 06.08.2018, 18:57