Kultur und Politik: Wolfgang Niedecken, "Kristallnaach"

Zerstörte Fenster der Kieler Synagoge nach der Pogromnacht 9.11.1938

Kultur und Politik: Wolfgang Niedecken, "Kristallnaach"

Am 9. November 1938 verwüsteten Nazis Einrichtungen und Wohnungen von Jüdinnen und Juden. Davon handelt das Lied "Kristallnaach" der Kölner Band BAP. Warum der Song heute noch aktuell ist.

Heute vor 80 Jahren wüteten Nazis durch die Nacht und starteten ihre Pogrome. Tausende von Geschäften, Wohnungen, Synagogen, Friedhöfen und anderen Orten wurden zerstört, weil sie mit jüdischen Bürgern in Verbindung gebracht wurden. Hunderte Menschen wurden verletzt oder sogar in den Tod getrieben. Die sogenannte "Reichskristallnacht" war ein erster trauriger Höhepunkt der öffentlichen Diskriminierung, die immer mehr in Hass und Gewalt umschlug und im Holocaust endete. Der Kölner Künstler und Musiker Wolfgang Niedecken hat mit seiner Band BAP 1982 das Lied "Kristallnaach" veröffentlicht. Ein Song, der sofort ein Hit wurde und bis heute einer der meistgespielten der Band ist.

Wolfgang Niedecken hat aus seinem politischen Engagement nie einen Hehl gemacht, im Gegenteil: Er hat immer deutlich Stellung bezogen und ist dafür oft ausgezeichnet worden; unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, dem Echo für sein Lebenswerk und dem Sonderpreis der 1LIVE-Krone. Im Dezember 2017 nahm er den "Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion" in der Bonner Kunsthalle entgegen. Wolfgang Niedecken, so die Begründung, engagiere sich gegen Armut, Atomwaffen, Rechtsextremismus und für Gerechtigkeit. Seit über 40 Jahren ist der heute 67-Jährige mit seinen kölschen Polit-Songs unterwegs. Autorin Andi Ueding hat Wolfgang Niedecken getroffen und mit ihm über die Entstehung von "Kristallnaach" gesprochen und darüber, was das Lied heute noch aussagt.

Redaktion: Gundi Große

Kultur und Politik: Wolfgang Niedecken, "Kristallnaach"

WDR 5 Neugier genügt - Freifläche | 09.11.2018 | 09:34 Min.

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