Sudetendeutsche - Wiederentdeckung der alten Heimat

Erika Ransch und Petr Kubat stehen vor einem Haus

Sudetendeutsche - Wiederentdeckung der alten Heimat

Mehr als 70 Jahre nach Kriegsende entdecken Sudetendeutsche ihre Geburtsorte wieder neu – und engagieren sich für einen tschechischen Landstrich, der ihnen nie Heimat sein konnte.

Lange waren sie Opfer der Klischees: In Tschechien galten die Sudetendeutschen als gefährliche Revanchisten, die nur Grund und Boden wieder zurückhaben wollen. In Deutschland sahen viele sie als ewiggestrige Trachten-Truppe.

Unter dieser Oberfläche hat sich inzwischen vielfach eine Freundschaft entwickelt, die ganze Regionen aufblühen lässt – und häufig wohl herzlicher ist als vor dem 2. Weltkrieg, als Tschechen und Deutsche in den alten Sudetengebieten noch zusammenlebten.

Harald Richter beim Vortrag in der Schule

Die letzten Zeitzeugen der Vertreibung helfen mit, in der alten Heimat die Dörfer zu pflegen und die alten Traditionen aufleben zu lassen. Sie sind zu Botschaftern der Versöhnung geworden – ein Weg, der auf beiden Seiten viele Jahrzehnte Zeit brauchte.

Zugleich rückt jetzt, wo die letzte Generation der Zeitzeugen hochbetagt ist, immer stärker das positive Vermächtnis der Sudetendeutschen in den Mittelpunkt. Und viele Tschechen aus den einstigen Sudetengebieten stellen sich die Frage, was wohl wird, wenn die Zeitzeugen nicht mehr leben: Wie kann es gelingen, ihr Erbe über die Zeit zu bewahren – vor allem ihr Wissen über die Region?

Autor: Kilian Kirchgeßner
Redaktion: Claudia Dammann

Sudetendeutsche - Wiederentdeckung der alten Heimat

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 06.06.2018 | 21:43 Min.

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