Missstände an der Uniklinik Düsseldorf

Eine Pflegehausbewohnerin in einem Seniorenzentrum hält sich in ihrem Bett an einem Haltegriff fest.

Missstände an der Uniklinik Düsseldorf

"Erste Priorität" soll die Pflege haben, wenn es nach Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geht. Dass das im Moment oft noch nicht der Fall ist, zeigt das Beispiel der Uniklinik Düsseldorf.

Gehetzte Krankenpfleger, allein gelassene Patienten und massive Kritik. Im Universitätsklinikum Düsseldorf ist der so genannte "Pflegenotstand" schon länger zu beobachten. Krankenpfleger berichten, sie könnten ihrer Arbeit nicht mehr in dem Maße gerecht werden, wie es der Beruf eigentlich erfordert: Keine Zeit für sorgfältige Hygiene, Überlastung durch zu enge Dienstpläne, zu wenig Zeit für die Patienten. Eine Empfehlung, den Beruf des Krankenpflegers zu ergreifen, will dort niemand aussprechen.

"Pflegenotstand" ist ein Wort, von dem Bundespräsident Steinmeier hofft, dass es nicht dauerhaft zum deutschen Sprachgebrauch gehören muss. Erst diese Woche sprach er von neuen Stellen, besseren Arbeitsbedingungen und höherer Bezahlung für Pflegekräfte. Die Gewerkschaft Verdi berichtet von Krankenhäusern in denen ein Pfleger für 40 Patienten zuständig ist.

Laut Bundesregierung sind in der Alten- und Krankenpflege deutschlandweit mehr als 25.000 Fachkraft-Stellen unbesetzt. Zudem fehlen rund 10.000 Hilfskräfte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will nun gegensteuern, ab dem 1. Januar 2019 soll sein Sofortprogramm Abhilfe schaffen: Untergrenzen für das notwendige Pflegepersonal in Krankenhäusern, Krankenkassen sollen jede zusätzliche Stelle vollständig finanzieren. Höchste Zeit: Militiadis Oulios hat an der Uniklinik Düsseldorf mit Pflegern gesprochen. Sie erzählen, dass der Pflegenotstand nicht nur Stress für sie bedeutet, sondern auch eine Gefahr für Patienten.

Autor: Miltiadis Oulios

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Missstände an der Uniklinik Düsseldorf

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 30.05.2018 | 21:30 Min.

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