"Charta 77" - Auf der Spur der Bürgerrechtler

CSSR: Manifest Charta 77 veröffentlicht

"Charta 77" - Auf der Spur der Bürgerrechtler

Sie ist viel mehr als graue Geschichte: Die "Charta 77" ist zwar genau 40 Jahre alt – aber die Bürgerrechtsbewegung aus der damaligen Tschechoslowakei prägt die Gesellschaft beider Länder bis heute. Und ihr Vermächtnis ist nach wie vor aktuell.

Am Anfang waren es ein paar Intellektuelle, die vom kommunistischen Regime in der damaligen Tschechoslowakei mehr Bürgerrechte forderten. "Charta 77" nannten sie ihr Manifest – ein Schreiben, das kurz danach Menschen quer durch das Land einen sollte: Kirchenleute, Underground-Musiker, Arbeiter aus der Provinz, Mütter und Punker unterschrieben trotz brutaler und offener Repression des Regimes. Die kommunistische Diktatur in der Tschechoslowakei schuf in dem Land ein Klima der Angst. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings im Jahr 1968 gingen die "Betonkommunisten" gegen ihre Kritiker mit willkürlichen Schikanen, Diffamierungen, Strafprozessen und Berufsverboten vor.

Die Gründung der tschechoslowakischen Bürgerrechtsvereinigung "Charta 77" hatte weit über die damaligen Landesgrenzen hinaus große Bedeutung und ist ein bewegendes Dokument für Zivilcourage. Das Manifest der Bewegung, die "Charta", markierte den Anfang vom Ende des Kommunismus in der CSSR. Heute, vier Jahrzehnte später, leben noch viele der einstmals 1.883 Chartisten - verteilt über ganz Tschechien und auch die Slowakei. Sie gehören verschiedenen politischen Strömungen an und haben ganz unterschiedliche Lebensläufe.

Ein Feature von Kilian Kirchgeßner über die Begegnung mit früheren Bürgerrechtlern, deren einstige Bewegung Tschechien und die Slowakei bis heute prägen.

Autor: Kilian Kirchgeßner

Redaktion: Claudia Dammann

"Charta 77" - Auf der Spur der Bürgerrechtler

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 11.12.2017 | 18:32 Min.

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