"Sonntag mag ich nicht besonders"

Eine Sonnenblume mit einer Sonnenbrille vor blauem Himmel

"Sonntag mag ich nicht besonders"

Eigentlich könnte der Sonntag der schönste Tag der Woche sein. Trotzdem finden viele Menschen diesen arbeitsfreien Tag langweilig, manche leiden sogar an einer Art Sonntagsdepression.

Wolfgang Maennig, Professor für Wirtschaftspolitik an der Universität Hamburg, fand in einer seiner "Happiness-Studien" etwas Überraschendes heraus: gebildete Schichten assoziieren den Sonntag eher mit negativen Gefühlen – besonders die Männer. Einfache Arbeiter mache der Sonntag weder glücklicher noch unglücklicher. Warum das so ist, konnte die Studie nicht klären.

1919 führte der ungarische Psychoanalytiker Sándor Ferenczi erstmals den Begriff "Sonntagsneurose" ein. Einige seiner Klienten litten immer sonntags unter Kopfschmerzen oder Magen-Darmstörungen, ohne sich einen Reim darauf machen zu können. Peter Pogany-Wnendt, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, hört von solchen Beschwerden auch heute in seiner Praxis.

"Manche haben eben nicht so gute Erinnerungen an die Sonntage in ihrer Kindheit, die aber unbewusst bleiben."

Das Grübeln über die Probleme auf der Arbeit der kommenden Woche kann sich ebenfalls negativ auf das Erleben des Sonntags auswirken. Aber es gibt auch spezifisch kulturelle Gründe, warum der Sonntag in Deutschland als nicht so lebendig erlebt wird wie in anderen Ländern.

Autor: Ingo Zander
Redaktion: Beate Wolff

"Sonntag mag ich nicht besonders"

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 09.07.2018 | 22:04 Min.

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