Vergessene Flüchtlinge – Palästinenser in Jordanien

Die vergessenen Flüchtlinge

Vergessene Flüchtlinge – Palästinenser in Jordanien

Mit "palästinensischen Flüchtlingen" verbinden die meisten Menschen überwiegend den Gazastreifen und das Westjordanland.

Wenn im Gazastreifen Palästinenser und Israelis aufeinander losgehen, sind die Augen der Welt auf sie gerichtet. Dass allerdings auf der anderen Seite des Jordan, im Haschemitischen Königreich Jordanien, fast genauso viele Menschen mit palästinensischen Wurzeln leben, ist weitgehend unbekannt.

Ist Jordanien nicht das Land mit den vielen syrischen Flüchtlingen? Ja, das stimmt, aber die Zahl der im Lande lebenden Palästinenser mit und ohne jordanischer Staatsbürgerschaft übertrifft die der Syrer bei Weitem. Seit 70 Jahren, also seit der im Arabischen "Nakba" bezeichneten Vertreibung der Palästinenser aus ihrer Heimat, nimmt das Königreich immer wieder große Wellen von Flüchtlingen von dort auf.

Wie hält Jordanien das angesichts wirtschaftlicher und geopolitischer Krisen aus? Glauben die palästinensischen Flüchtlinge noch an die Rückkehr in die Heimat? Jörg Kaminski ist diesen Fragen bei seinen Recherchen in Jordanien nachgegangen.

Autor: Jörg Kaminski

Redaktion: Jessica Eisermann

Vergessene Flüchtlinge – Palästinenser in Jordanien

Im Königreich Jordanien leben 2,3 Millionen palästinensische Flüchtlinge. Die meisten sind in die Gesellschaft des Landes gut integriert. Etwa ein siebtel der Flüchtlinge ist in zehn Lagern untergebracht, in denen es sich eher schlecht als recht leben lässt.

Riesige Hotel- und Bürotürme in der jordanischen Hauptstadt Amman

Die "Dubaiisierung" Ammans: Riesige Hotel- und Bürotürme verändern das Bild der jordanischen Hauptstadt.

Die "Dubaiisierung" Ammans: Riesige Hotel- und Bürotürme verändern das Bild der jordanischen Hauptstadt.

Die traditionelle Bebauung auf den Hügeln der Stadt. Zwei- bis dreigeschossige Gebäude mit einer Verkleidung aus Sandstein reflektieren das Licht der Sonne.

Die überdimensionale jordanische Flagge steht auf dem Hügel des königlichen Palastes. Auf der Anhebung direkt dahinter liegt das Flüchtlingslager Hussein.

Der Lageplan des Hussein-Camps zeigt die Enge des Camps. Alle UN-Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser liegen entlang der Hauptstraße.

Auf dem Banner über der Straße huldigen die Palästinenser dem König und dem Kronprinzen. König Abdullah ist bei den Flüchtlingen sehr beliebt.

Der Müll kann nicht mehr weggeräumt werden. Es fehlt das Personal. Die Müllreste säumen die Einkaufsstraße.

Auch leere Mülltonnen stinken in der Mittagshitze. Für die Aufräumarbeiten fehlt das Geld.

Eine steile Steintreppe führt den Hügel hinunter, auf dem das Lager Hussein liegt.

Die Inhaber dieser typischen kleinen Läden im Hussein-Camp klagen über die schlechten Geschäfte. Einige haben deswegen schon aufgeben müssen.

Überall droht der Verfall der Häuser. Armut und Arbeitslosigkeit machen sich immer mehr breit im Lager. Eine Besserung ist nicht in Sicht.

Vergessene Flüchtlinge – Palästinenser in Jordanien

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 07.08.2018 | 19:25 Min.

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