Sex, Arbeit und Stigma für Angehörige

Auf einem roten Rgeneschirm steht: Sexarbeit ist auch Feminismus

Sex, Arbeit und Stigma für Angehörige

Wer eine Tätigkeit als Prostituierte oder als Prostituierter ausüben will, hat dies vor Aufnahme der Tätigkeit persönlich bei der Behörde, in deren Zuständigkeitsbereich die Tätigkeit vorwiegend ausgeübt werden soll, anzumelden.

So steht es unter § 3 im Prostituiertenschutzgesetz, das seit dem 1. Juli 2017 in Kraft ist. Dann bekommt man einen Ausweis und ist registrierte SexarbeiterIn. Es gibt noch eine Reihe von Pflichten, die damit einhergehen. Eine gesundheitliche Beratung zum Beispiel. Der ganze Vorgang wird von SexarbeiterInnen als entwürdigende Praxis wahrgenommen wird – denn Prostitution ist nach wie vor ein Beruf, auf dem ein massives Stigma lastet.

Und nicht nur für die SexarbeiterInnen selbst, sondern auch für ihre Angehörigen. Denn natürlich haben Prostituierte Eltern und Geschwister, Partner und/oder Kinder, so wie Menschen, die anderen Berufen nachgehen auch. Aber anscheinend ist bei diesem Thema überhaupt nichts natürlich, und so stellen wir uns Huren immer als solitäre Geschöpfe vor, herausgelöst aus allen Beziehungen und gesellschaftlichen Kontexten. SexarbeiterInnen existieren in einem imaginären Raum, in dem es nichts gibt außer King-Size-Betten und roten Lichtern. Dabei gibt es darin ein ganz normales Leben und Angehörige, die diese Menschen lieben.

Autorin: Mithu Melanie Sanyal

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Sex, Arbeit und Stigma für Angehörige

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 02.07.2018 | 20:20 Min.

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