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Saatgut – Grundlage der Nutzpflanzenvielfalt

Maisfeld im Frühling

Saatgut – Grundlage der Nutzpflanzenvielfalt

Saatgut ist mehr als nur ein Betriebsmittel. Es zu besitzen, ist für Landwirte eine Option auf die Zukunft, es wurde früher dementsprechend gewürdigt, aufwändig gewonnen und gelagert, wurde getauscht, war Gemeingut.

Saatgut

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts erreichte die Professionalisierung der Züchtung von Nutzpflanzen eine neue Stufe, es gab nun Regelungen, die die neuen Sorten schützten. Der Handel mit Saatgut und die Züchtungsforschung veränderten die Landwirtschaft tief greifend. Heute ist es üblich, einheitliche, gleichmäßig reifende Gewächse in großen Chargen ernten zu können. Der größte Teil des Saatguts für begehrte Gemüsesorten wie Tomaten und Paprikaschoten wird in Europa von Syngenta und Monsanto geliefert. Zusammen mit Bayer teilen sich die drei Konzerne 60 Prozent des weltweiten Saatgutmarktes.

Saatgut bildet die Grundlage dafür, welche Nutzpflanzen uns zur Verfügung stehen, und es werden immer weniger. Die Arten- und Sortenvielfalt ist stark rückläufig, dabei ist gerade diese Vielfalt nötig, um den Anforderungen durch veränderte Klimabedingungen oder neue Krankheitserreger zu begegnen.

Mitte der 80er Jahre wuchs der Widerstand gegen den Arten- und Sortenschwund, der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) gründete sich, die erste Initiative in Deutschland, die auf den Verlust aufmerksam machte und ganz praktisch daran ging, alte Gemüsesorten weiter zu verbreiten. Seitdem haben viele Menschen die Brisanz des Themas erkannt und befassen sich damit, Saatgut zu vermehren - auch Landwirte. Seit einigen Jahren finden regelmäßig im Frühjahr Saatgutfestivals statt, wo es um den Wert von Vielfalt geht, und auf denen Samen getauscht werden.

Autorin: Susanne Kabisch

Redaktion: Regina Tanne

Saatgut – Grundlage der Nutzpflanzenvielfalt

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 29.03.2018 | 20:10 Min.

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