Die Macht des Rituals – Ordnungsprinzip und sozialer Kitt

Traditioneller Tanz (Tanzritual) in Sri Lanka

Die Macht des Rituals – Ordnungsprinzip und sozialer Kitt

Rituale verschiedenster Art werden von fast allen Menschen genutzt, um sich in angespannten Situationen zu beruhigen. Mit Hilfe ausgefeilter Tanz- oder Musikrituale versuchen manche Kulturen zum Beispiel Krankeiten zu bekämpfen.

Sportler, Musiker, Manager, sie alle hängen an liebgewonnenen Ritualen. Vor jedem Aufschlag berührt Rafael Nadal in einer bestimmten Reihenfolge seine Hose, die Schultern, Ohren und Nase. Coldplay-Sänger Chris Martin putzt sich vor jedem Auftritt die Zähne und Steve Jobs blickte jeden Morgen erst einmal in den Spiegel, um sich zu fragen, was er tun würde, wenn dies der letzte Tag seines Lebens wäre.

Unser tägliches Leben ist gespickt von Ritualen. Am frühen Morgen geht es schon los. Erst einmal das Radio an, und wehe, da hat jemand am Regler gespielt. Der Kaffee, so wie immer bitte. Was Loriot in seinem Sketch "Das Frühstücksei" parodiert, findet sich – wenn wir ehrlich sind – manchmal auch in den eigenen Gewohnheiten.

Rituale vermitteln ein Gefühl von Kontrolle und Geborgenheit, bringen die Welt zum Stehen, schaffen ein Vorher und Nachher. Ein Ritual ist in der Zeit das, was im Raum eine Wohnung ist, hat Antoine de Saint-Exupéry gesagt - und es gibt viele Beispiele warum das sogar gesund ist. Wer den Tag mit einem Ritual beendet, schläft oft besser. Rituale senken den Puls und machen stark für die großen und kleinen Auftritte. Über 30 Tage dauert es übrigens , sagen Psychologen, bis sich ein Ritual im Alltag festgesetzt hat.

Autor: Beatrice von Mangoldt

Redaktion: Beate Wolff

Die Macht des Rituals – Ordnungsprinzip und sozialer Kitt

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 20.03.2018 | 21:44 Min.

Download