Nadeem - Ägyptens Ärztinnen für Verfolgte

Leiterinnen des Nadeem-Zentrums: v.l.: Dr. Mona Hamed, Dr. Aida Seif al-Dawla, Dr. Magda Adly und Dr. Suzan Fayad in ihrem Büro in Kairo im Januar 2018.

Nadeem - Ägyptens Ärztinnen für Verfolgte

Der diesjährige Amnesty-Menschenrechtspreis geht an das Nadeem-Zentrum in Kairo. Vier mutige ägyptische Ärztinnen und ihr Team helfen dort den Opfern staatlicher Gewalt und Folter und sind dadurch selbst ins Visier der Behörden geraten.

Am Montagabend (16.4.2018) wird in Berlin der 9. Amnesty Menschenrechtspreis verliehen. Die deutsche Sektion von Amnesty International würdigt mit dieser Auszeichnung Persönlichkeiten und Organisationen, die sich unter schwierigen Bedingungen für Menschenrechte einsetzen. In diesem Jahr geht der Preis an das Nadeem-Zentrum in Kairo, wo vier mutige ägyptische Ärztinnen und ihr Team den Opfern staatlicher Gewalt und Folter helfen.

Sieben Jahre nach der ägyptischen Revolution seien die Menschen am Nil wieder staatlicher Willkür ausgesetzt, beklagen Menschenrechtsaktivisten. Das amtierende Regime ähnele wieder einer Diktatur. Staatschef Abdel Fattah al-Sisi, der Ende März bei einer Präsidentenwahl ohne ernsthafte Gegenkandidaten mit 97 Prozent der abgegebenen Stimmen im Amt „bestätigt“ wurde, regiert mit harter Hand.

Auch die Ärztinnen vom Nadeem-Zentrum bekommen das zu spüren. Wer den Opfern staatlicher Willkür hilft, wird selbst zum Feind des Staates. Ihre Klinik wurde offiziell geschlossen und die Ehrung von Amnesty International können die Ärztinnen heute Abend nicht mal selbst in Berlin entgegen nehmen. Cornelia Wegerhoff hat die Ärztinnen deshalb in Kairo besucht.

Autorin: Cornelia Wegerhoff

Redaktion: Jessica Eisermann

Nadeem - Ägyptens Ärztinnen für Verfolgte

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 16.04.2018 | 21:21 Min.

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