Irgendwo zwischen West- und Osteuropa - Litauen feiert 100 Jahre Staatsgründung

100-Jahrfeier-Leuchtschild vor dem Präsidentenpalst in Vilnius

Irgendwo zwischen West- und Osteuropa - Litauen feiert 100 Jahre Staatsgründung

Am 16. Februar 1918 verkündete Litauen die Unabhängigkeit. Litauens Hauptstadt Vilnius ist zum heutigen Unabhängigkeitstag in gelb-rot-grünen Farben, der litauischen Trikolore, geschmückt. Und es wird gefeiert.

"Es ist unser Nationalfeiertag und dieses Mal feiern wir das gesamte Jahr über mit unzähligen Veranstaltungen", sagt Biruta Zimnicka, Mitarbeiterin der Staatskanzlei.

Litauen ist geschichtlich eng mit Deutschland verbunden: Das erste litauische Buch wurde in Preußen gedruckt und Namen wie Simon Dach, Thomas Mann oder Johannes Bobrowski sind eng mit der Kultur beider Ländern verknüpft. "Kaum bekannt ist, dass wir 1918 nur mit den deutschen Waffen die Bolschewiken schlagen konnten", erzählt Vytautas Bruveris, Journalist bei der Tageszeitung Lietuvos Rytas. Es wirke daher wie eine Wiederholung der Geschichte, dass die Bundeswehr derzeit als Stärkung der NATO-Ostflanke gegenüber Moskau in Litauen Präsenz zeige.

Aber es gebe viele weiße Flecken in der 100-jährigen Geschichte, etwa die Beteiligung am Holocaust, sagt Bruveris. Zusammen mit anderen Kritikern spricht er sich dafür aus, in dem Jubiläumsjahr eine kritische Reflektion der 100 Jahre nicht zu scheuen, obwohl Litauens Situation wirtschaftlich wie auch politisch als Mitglied von EU, NATO und Eurozone so gut wie noch nie ist.

Irgendwo zwischen West- und Osteuropa - Litauen feiert 100 Jahre

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 16.02.2018 | 18:20 Min.

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Autor: Markus Nowak

Redaktion: Gundi Große