Kriegspost einer rheinischen Großfamilie

Deutsche Soldaten während des Ersten Weltkrieges lesen Briefe im Schützengraben

Kriegspost einer rheinischen Großfamilie

Als der Erste Weltkrieg begann, starteten zwei Kölner Brüder ein ungewöhnliches Projekt: Sie schickten Briefe und Postkarten der Großfamilie an alle Angehörigen - bis 1918.

Die Brüder Carl und Max Trimborn aus Köln im Rheinland sammeln alles, was die weit verzweigte Familie während des Ersten Weltkrieges zwischen 1914 und 1918 per Post verschickt. Sie senden es an alle Angehörigen weiter. Die Berichte dokumentieren die widersprüchliche Gefühlslage einer ebenso katholischen wie patriotischen Familie angesichts der Verwüstungen und des zigtausendfachen Sterbens im Ersten Weltkrieg.

Zu Wort kommen aber auch Frauen wie etwa eine in Belgien geborene Angehörige oder eine Rote-Kreuz-Schwester, die sich in Russland um deutsche Kriegsgefangene kümmern soll und nun mit den Bolschewiki Bekanntschaft macht. Insgesamt erschienen 64 Ausgaben mit mehr als 600 Schreibmaschinen-Seiten des Familienrundbriefs. Im Titel führte die Privatzeitung den Namen des römischen Kriegsgottes: "Mars. Kriegsnachrichten aus der Familie."

Literaturtipp:
Heinrich Dreidoppel, Max Herresthal, Gerd Krumeich (Hg.): Mars. Kriegsnachrichten aus der Familie. Rundbrief der rheinischen Großfamilie Trimborn 1914 – 1918. Klartext Verlag
(vergriffen. Nur noch einzelne Exemplare erhältlich)

Autor: Jürgen Salm

Redaktion: Heiko Hillebrand

Kriegspost einer rheinischen Großfamilie

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 09.11.2018 | 21:38 Min.

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