Alleingelassen – Kranke in den USA

Studenten protestieren in Berkeley gegen das Gesundheitswesen

Alleingelassen – Kranke in den USA

Die Wirtschaft im Norden Kaliforniens boomt. Doch üppige Gehälter im Silicon Valley treiben Mieten und Lebenshaltungskosten nach oben. Viele Normalverdiener können sich keine Wohnung mehr leisten und auch keine Gesundheitsversorgung.

Plötzlich bankrott. Auch wer eine Krankenversicherung hat, muss in den USA im Fall einer schweren Krankheit oder eines Unfalls häufig so viel Eigenbeteiligung zahlen, dass die wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel steht. Staatliche Hilfen sind rar. Karitative Organisationen versuchen, die Lücke zu schließen. Für die Bedürftigsten war die Einrichtung einer nationalen Krankenversicherung, genannt "Obamacare", ein Hoffnungsschimmer.

Von dem einstmals ambitionierten Projekt eines öffentlichen Gesundheitswesens für alle ist aber nicht viel übrig geblieben. Der Zugang ist kompliziert und die Ergebnisse sind bislang eher bescheiden. Zudem stellt die Politik der Regierung Trump den Fortbestand des Programms in Frage. Das Hauptargument der Gegner lautet, die angestrebte Versicherungspflicht widerspreche dem Freiheitsgedanken des US-amerikanischen Traums. Das Recht eines jeden US-Amerikaners, frei zu sein und nach seinem Glück zu streben, ist in der Verfassung verankert. Nicht der Staat, sondern der Einzelne soll für ein gelingendes Leben verantwortlich sein. Was aber geschieht mit den Menschen, die es nicht alleine schaffen?  

Autor: Andreas Boueke

Redaktion: Gundi Große

Alleingelassen – Kranke in den USA

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 11.07.2018 | 18:30 Min.

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