Italien vor der Wahl

Silvio Berlusconi in Mailand (25.02.2018)

Italien vor der Wahl

Am 4. März 2018 wird in Italien ein neues Parlament gewählt. Die Legislaturperiode geht damit regulär zu Ende, allerdings sind nach der Wahl politisch instabile Verhältnisse zu erwarten. Bestandsaufnahme eines Landes in der politischen Dauerkrise.

Unter den jungen Italienern sind 36 Prozent arbeitslos und gerade im Süden gibt es für sie kaum Perspektiven. Der Staat leidet unter seiner Schuldenlast und das Vertrauen in die Politik tendiert gegen null. Das könnte ihm nutzen: Ex- Regierungschef Silvio Berlusconi ist wieder da und geht mit zweifelhaften Steuersenkungsversprechen auf Stimmenfang. Auch wenn er bis Ende 2019 als Steuerhinterzieher kein politisches Amt bekleiden darf. Mit seinen 81 Jahren ist er der Politiker, der in Italien nach dem 2. Weltkrieg am längsten regiert hat. Sexskandalen und Verurteilungen zum Trotz.

Ein klarer Wahlsieger ist nicht in Sicht, auch keine Regierungskoalition zeichnet sich ab. Überraschungen sind nicht auszuschließen und Vorhersagen kaum möglich, da in den vierzehn Tagen vor dem Urnengang keine Umfrageergebnisse mehr veröffentlicht werden dürfen. Dennoch werden dem Mitte-Rechts-Bündnis um Silvio Berlusconi und Matteo Salvinis Lega Nord bis zu 40 Prozent der Stimmen zugetraut.

Autor: Jan-Christoph Kitzler

Redaktion: Julia Lührs

Italien vor der Wahl

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 28.02.2018 | 19:33 Min.

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