Im Kaufhaus verbrannt - die Tragödie von Kemerowo

Putin in Kemerowo

Im Kaufhaus verbrannt - die Tragödie von Kemerowo

Am 25. März 2018 ereignete sich in der sibirischen Stadt Kemerowo eine schreckliche Tragödie. 64 Menschen starben, darunter 41 Kinder. Hinter der Brandkatastrophe steht ein System aus Schlamperei, Korruption und Nachlässigkeit.

Nach und nach kommen die Details zur Katastrophe ans Licht: Der Feueralarm wurde nach wiederholten Fehlalarm ausgestellt, sodass keine Sirene ertönte. Das Katastrophenschutzministerium teilte mit, das Einkaufszentrum habe nicht den geltenden Brandschutzvorschriften entsprochen und keine Betriebserlaubnis gehabt. Warum konnte es dann überhaupt geöffnet sein? Warum blieben mögliche Baumängel unbemerkt? Wladimir Putin, der eine Woche vorher seine Wiederwahl sicherte, eilte medienwirksam nach Kemerowo und hatte zu diesen Fragen eine Antwort: "Ohne Geld kriegt man keine Bescheinigung. Für Geld kriegt man alles Mögliche unterschrieben." Mittlerweile hat der Gouverneur der Region, Aman Tuleyev, sein Amt abgegeben. Putin selbst kündigte bei seinem Besuch an, dass bei den Ermittlungen keine Rücksicht auf Status und Ämter genommen werde. Aber wird es diese Aufklärung wirklich geben?

Autor: Hermann Krause und Vassili Golod

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Im Kaufhaus verbrannt - die Tragödie von Kemerowo

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 06.04.2018 | 19:50 Min.

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Stand: 06.04.2018, 12:32