Sterben verboten? Wie Hightech-Medizin den Tod verändert

Hightech-Medizin auf Intensivstation

Sterben verboten? Wie Hightech-Medizin den Tod verändert

Geht das Leben zu Ende, taucht eine Frage auf, die viele ein Leben lang vor sich hergeschoben haben. Wie will ich sterben?

Prof. Dr. Gian Domenico Borasio

Die meisten Menschen wünschen sich, am Lebensende nicht ins Krankenhaus zu kommen. Doch jeder Zweite stirbt dort, oft bis zum Ende maximal therapiert. „Ungefähr ein Drittel der Gesundheitskosten eines jeden Patienten fallen in den letzten ein bis zwei Lebensjahren an. Das ist jährlich ein dreistelliger Milliardenbetrag und es gibt durchaus Menschen und Firmen, die daran interessiert sind, aus dieser Lebensphase maximalen Profit zu schlagen.", weiß Prof. Dr. Gian Domenico Borasio, Palliativarzt im Universitätsspital Lausanne.

Die Medizin hat so große Fortschritte gemacht, dass heute Menschen am Leben erhalten werden können, denen Ärzte vor einigen Jahren noch nicht helfen konnten. Mit Blutwäsche, Beatmung und künstlicher Ernährung. Verfahren, die zur Lebensrettung sinnvoll sind, werden sie aber zur Verlängerung eines Sterbeprozesses eingesetzt, sind sie leidvolle Übertherapie. „Wir können uns nicht vorstellen wie es ist nicht zu existieren, deshalb setzen wir alles daran, um immer weiter am Leben zu bleiben. Wir haben als Gesellschaft vergessen, dass Sterben zum Leben dazugehört.", meint Dr. Sylvia Klauser, Ethikreferentin der Cellitinnen-Krankenhäuser.

Verhindert unser Gesundheitssystem durch falsche finanzielle Anreize einen guten Tod? Was ist ein guter Tod? Welche Entscheidungen müssen Ärzte und Pfleger und welche Patienten und Angehörige treffen?

Autorin: Renate Werner

Redaktion: Regina Tanne

Sterben verboten? Wie Hightech-Medizin den Tod verändert

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 15.03.2018 | 19:55 Min.

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