Fischer mit Kalaschnikows

Turkana-See in Kenia

Fischer mit Kalaschnikows

Er gilt als "Juwel in der Wüste". Wegen seiner grünlichen Farbe wird er auch "Jadesee" genannt. Der Turkana-See liegt mitten im Nichts, in der Halbwüste im Norden Kenias. Rund 500.000 Menschen leben von seinem Reichtum.

Das sind natürlich die Fischer, aber auch Hirten, die ihre Tiere in der Nähe des Wassers weiden. Die Bauern profitieren davon, dass der Wasserspiegel regelmäßig steigt, wenn es in den Bergen im Nachbarland Äthiopien viel geregnet hat. Oder besser gesagt: sie haben davon profitiert. Denn der Wasserspiegel des Sees sinkt schnell und deutlich. Die Gründe sind ein Staudamm und Bewässerungsprojekte in Äthiopien. Beides sei für die Entwicklung Äthiopiens und der Nachbarländer wichtig, argumentiert die äthiopische Regierung. Aber Kritiker und Wissenschaftler warnen vor den drastischen Folgen: dem Verlanden und Versalzen des Sees. Denn der Omo-Fluss, den Äthiopien staut und zur Bewässerung nutzt, speist den See zu 90 Prozent.

Der Turkana-See schien lange buchstäblich unverwüstlich: Er ist mit fast 6500 Quadratkilometern der größte ständige Wüstensee der Welt und schon vier Millionen Jahre alt. Mal wuchs, mal schrumpfte er, war aber immer groß genug, die Tiere und Menschen in seiner Nähe zu versorgen. Er ist ein Schatz in einer der ärmsten Regionen Ostafrikas und wurde schon 1997 zum Weltnaturerbe erklärt. Aber die ertragreichen Fischgründe im See schwinden mittlerweile, weil Brutstätten austrocknen und Nährstoffe vom Damm am wichtigsten Zufluss zurückgehalten werden. Und weil Fisch und Weideland jetzt schon knapp sind, nehmen die bewaffneten Konflikte zu.

Autorin: Bettina Rühl

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Fischer mit Kalaschnikows

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 21.03.2018 | 20:15 Min.

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