Trauma statt Glück - Gewalt unter der Geburt?

Entbindung per Kaiserschnitt in einer Geburtsklinik

Trauma statt Glück - Gewalt unter der Geburt?

Für Frauen ist die Geburt eines Kindes ein äußerst schmerzhafter Vorgang, das ist kein Geheimnis. Was aber kaum bekannt ist: dass viele Mütter heutzutage erklären, sie hätten unter der Geburt Gewalt erfahren.

Mütter erzählen von medizinischen Maßnahmen, die sie nicht verstanden haben, die gegen ihren Willen vorgenommen wurden. Sie beklagen verbale Verletzungen. Die Gebärenden erlebten Unverständnis und Kritik in einer Situation, in der sie völlig hilflos und auf fremde Hilfe angewiesen sind, besonders intensiv. Sie litten unter gestressten, übervorsichtigen oder unsensiblen Geburtshelfern.

Soziologin: "Keine traurigen Einzelfälle"

Die Soziologin Christina Mundlos hat schon vor einiger Zeit Erfahrungsberichte von Frauen in einem Buch veröffentlicht, "Gewalt unter der Geburt". Sie geht davon aus, dass ihre Beispiele keine traurigen Einzelfälle sind, sondern eine tabuisierte Gewaltform. Eine Studie des gemeinnützigen Picker-Instituts kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass Mütter, die in großen Kliniken entbinden über schlechtere Erfahrungen berichten, als die, deren Kinder in kleineren Kliniken zur Welt kommen. Krankenkassen fordern mit dem Verweis auf Kindersterblichkeit die Zentralisierung der Geburtshilfe.

Aber ist eine rein medizinische Bewertung der richtige Weg? Schließlich ist eine Schwangerschaft keine Erkrankung.

Autorinnen: Marcela Drumm und Simone Wienstroer

Redaktion: Regina Tanne

Trauma statt Glück - Gewalt unter der Geburt?

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 18.04.2018 | 19:36 Min.

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