24 Stunden Zugspitze

Zugspitze

24 Stunden Zugspitze

Bei minus vier Grad im Iglu aus Eisblöcken mit ein paar Unbekannten übernachten, draußen Minus zwölf Grad. Eiskalte, sternenklare Nacht auf dem höchsten Berg Deutschlands.

Eine faszinierende Welt, die sich auftut, wenn die letzte Zahnradbahn ihre Tür schließt und zu Tal fährt. Die Reporterin ist mit der Bergwacht unterwegs gewesen und hat bei rasanter Tour mit dem Snowmobil erfahren, wie die Skipisten präpariert werden, damit die Touristenmassen aus aller Welt ihr Ausflugs- und Skivergnügen genießen können, auch wenn der Fön bläst. Die Beobachtung des Schnees ist um diese Jahreszeit besonders wichtig, sagen die einheimischen Experten, die genau wissen, wann, warum Lawinen drohen.

Die Zugspitze - der höchste Berg Deutschlands

WDR 5-Reporterin Heike Mund hat 24 Stunden auf der Zugspitze verbracht. Sie ist mit der Bergwacht unterwegs gewesen, hat erfahren, wie die Skipisten präpariert werden und bei minus vier Grad im Iglu übernachtet.

Talstation der historischen Zugspitzbahn

Die Talstation der historischen Zugspitzbahn: Die älteste Lokomotive ist Baujahr 1929 - und fährt immer noch die Zahnradstrecke hoch. Von hier kommt man gemütlich auf die Bergstation der Zugspitze (2962 Meter). 70 Minuten dauert die Panoramafahrt.

Die Talstation der historischen Zugspitzbahn: Die älteste Lokomotive ist Baujahr 1929 - und fährt immer noch die Zahnradstrecke hoch. Von hier kommt man gemütlich auf die Bergstation der Zugspitze (2962 Meter). 70 Minuten dauert die Panoramafahrt.

Wer schneller oben auf der Zugspitze sein will, nimmt vom Eibsee die neue Seilbahn. Ein Wunderwerk deutsch-schweizerischer Ingenieurskunst. Der einzige Stützpfeiler, der die Drahseile hält, ist 127 Meter hoch. Die Fahrt in der Gondel ist mit zehn Minuten Rekordzeit.

Auf dem Zugspitz-Plateau ist ewiges Eis. Trotz frühlingshafter Temperaturen im Tal, sorgt der starke Höhenwind für kunstvolle Eiskrusten. Die deutsche Seite des höchsten Bergs Deutschlands liegt meist im Schatten, auf der anderen Seite ist Tirol.

Die erste Kontrollfahrt der Bergwacht, die als Rettungsteam auf der Zugspitze stationiert ist, geht mit dem Skibob. WDR-Autorin Heike Mund hatte Mühe das Mikrofon bei der Geschwindigkeit, mit der Bergwachtler Florian die Pisten hoch saust, in Sicherheit zu bringen.

Die "Pisten-Bullys" kommen mit ihrem Kettenantrieb auch ganz steile Hänge hoch. Da sie tonnenschwer sind, müssen die Fahrer sehr aufpassen, dass sie am Hang nicht abrutschen. Frühmorgens und am späten Nachmittag rücken sie aus, um die Pisten zu präparieren.

Eine ganze Flotte von Schneeraupen steht auf dem Zugspitzplateau bereit. Von hier aus gehen die Skilifte und Pisten ab, auf denen man erstklassig Ski- und Snowboard fahren kann - bei schönem Wetter immer das Alpenpanorama vor Augen.

Wer mutig ist, kann für das Skigebiet der Zugspitze auch Rodelschlitten ausleihen. Der Kinderhang ist ungefährlich, aber die professionelle Rodelstrecke hat es in sich: bis zu 60 km/h schnell kann ein Holzschlitten werden. Helm und Skibrille sind da angesagt.

Auch stille Andacht ist auf so großer Höhe möglich. Mitten im Trubel des Skigebiets steht Deutschlands höchste Kapelle, vom ehemaligen Kardinal Ratzinger persönlich eingeweiht. Hier kann man kurz in meditative Momente eintauchen.

Das Iglu-Hotel ist schon von weitem an der klassischen Rundform zu erkennen. Dies ist eine Einzelsuite, für Honeymoon und Romantik-Gäste, die etwas mehr dafür zahlen. Jedes Jahr im Winter wird das gesamte Iglu-Areal neu gebaut, aus gepresstem Schnee.

Innen gibt es in jedem Raum "Eis-Kunst" zu sehen. Ein Holzschnitzer und Bildhauer hat mit einem Team die Wände bearbeitet. Gepresster Schnee ist hart wie Beton, nicht mal mit dem Fingernagel kann man da reinritzen.

Eine Nacht im Iglu-Hotel ist ein echtes Abenteuer. Bei Minus 15 Grad nachts friert alles ein, was nicht am Körper oder im Daunenschlafsack gewärmt wird. WDR-Autorin Heike Mund hat sich frühmorgens um so mehr auf das Frühstück im Warmen gefreut.

Das Alpenpanorama lockt viele Tagesgäste hoch auf die Zugspitze. Viele Einheimische haben Jahreskarten, damit sie bei schönem Wetter spontan zum Skifahren gehen können. Viele Ski- und Snowboardfahrer kommen auch aus München und Umgebung.

Andenken und diverse Souvenirs gibt’s auf der Zugspitze für alle Altersklassen. Vom historischen Fahrplan der Zugspitz-Zahnradbahn aus den Jahren 1930 bis 1938, in denen der Tourismus auf die Zugspitze erst anfing, über moderne Skiausrüstung von Skibrillen bis wetterfeste Jacken bis hin zu Baby-Bodys für die Allerkleinsten.

In der Skisaison können die Touristenmassen auf der Zugspitze schon mal in die Tausende gehen. Wenn gleichzeitig Faschingsferien in Bayern, Karneval im Rheinland und noch gutes Skiwetter sind, werden es schon mal 6000, 7000 Gäste pro Tag. Für jeden Gast müssen Klopapier, Essen und Trinken hochtransportiert werden. Die Suppenkellen in der Großküche auf dem "Sonnalpin"-Plateau werden alle gebraucht.

Heike Mund hat ihre mulmigen Gefühle in der neuen Seilbahn gegen die Bewunderung für das "Spitzenwerk deutscher Ingenieurskunst" getauscht und für die etwas anstrengende Nacht, die wegen kalter Füße und Hände sehr kurz war, wurde sie mit einem fantastischen Sonnenaufgang über dem Alpenpanorama entschädigt.

Autorin: Heike Mund

Redaktion: Regina Tanne

24 Stunden Zugspitze

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 30.04.2018 | 20:25 Min.

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