Migranten aus Mali entwickeln ihre Heimat

West-Afrika, Mali, Teneya, Siby

Migranten aus Mali entwickeln ihre Heimat

Ein Gesundheitszentrum, ein Kindergarten, Markthallen, ein Radiosender, Gemüsegärten mit Brunnen für die Frauen, gemauerte Klassenräume – vieles an dem kleinen Ort Koniakary im äußersten Westen Malis ist ungewöhnlich.

Wenn in Europa über "Fluchtursachenbekämpfung" gesprochen wird, steht Mali oft im Mittelpunkt. Mali und das benachbarte Niger gehören zu den ärmsten Ländern der Erde, viele Menschen brechen von dort auf und versuchen, ihren Lebensunterhalt anderswo zu verdienen. Auch in Koniakary leben 15 Prozent der Bevölkerung im Ausland, die meisten davon allerdings im afrikanischen Ausland. Über die Jahre ist eine besondere Art von Entwicklungszusammenarbeit entstanden zwischen Daheimgebliebenen und Migranten, die immer nach demselben Muster funktioniert: Die Migranten schicken das Geld, die Daheimgebliebenen leisten die Arbeit.

Dank der Überweisungen hat sich der Ort auf bemerkenswerte Weise entwickelt, und wie es scheint mit relativ wenig veruntreuten Geldern. Zum einen, weil sich jeder für das Gesamte verantwortlich fühlt und alle einander kennen. Zum anderen aber, gibt es in Koniakary ein verzweigtes System aus „Checks and Balances“ für die Verwendung und Verwaltung der Gelder.

Dafür haben sich kommunale Strukturen mit Selbstverwaltungsorganen der Bürgerinnen und Bürger vernetzt. So wird beispielsweise das Gesundheitszentrum von einem Verein gemanaged, der mit dem Rathaus kooperiert. Viele Vereinsmitglieder sind Rückkehrer aus der Diaspora, die auf ihre alten Tage statt Geld ihre Erfahrung und ihr Organisationstalent an die Gemeinschaft weitergeben. Es scheint, als wären sie alle für ihre Gemeinde die besten Entwicklungshelfer.

Autorin: Bettina Rühl

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

Malis Migranten

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 13.11.2017 | 20:58 Min.

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