Das Ende der Kleinfamilie

Vater, Mutter und Kind

Das Ende der Kleinfamilie

Vater-Mutter-Kind - die ideale Kleinfamilie erfreut sich dauerhaft großer Beliebtheit. Junge Menschen streben sie fast ausnahmslos an. Aber wird die Familie den hohen Erwartungen, die an sie gestellt werden, denn wirklich gerecht?

 Irene Mariam Tazi-Preve

Redezeit-Gast Irene Mariam Tazi-Preve sagt "nein" zur trügerischen Idylle. In ihrem jüngsten Buch „Das Versagen der Kleinfamilie“ spricht die Politologin, die am Management Center Innsbruck und an der University of New Orleans lehrt, von einer Falle, in die vor allem junge Frauen laufen, die mit einem männlichen Partner eine Familie gründen. Dass so viele Ehen geschieden werden und die therapeutischen Praxen voll sind mit Menschen, die an der Familie leiden und gelitten haben, sei kein Wunder. Die Kleinfamilie könne gar nicht funktionieren. Denn sie werde zerrissen von unvereinbaren Anforderungen, die in der neoliberal aufgestellten modernen Gesellschaft auf die Spitze getrieben seien.

Die in Aussicht gestellte Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie sei eine Lüge, die lebenslange Liebe ohnehin pure Ideologie. Kurz vor dem Internationalen Frauentag am 8.3. huldigen wir dem Motto der Frauenbewegung: „Das Private ist politisch“ und sprechen über die kleinste Zelle des Staates. Die ist – wie unser ganzes gesellschaftliches, ökonomisches und politisches System – auch in Zeiten der gesetzlichen Gleichberechtigung von Frau und Mann immer noch von der patriarchalischen Logik geprägt.

Lesetipp:
Mariam Irene Tazi-Preve: Das Versagen der Kleinfamilie. Kapitalismus, Liebe und der Staat. Verlag Barbara Budrich, Opladen-Berlin – Toronto 2017, 228 Seiten, 22,90 Euro, ISBN 978-3-8474-2010-1

Redaktion: Gundi Große

Das Ende der Kleinfamilie - Mariam Irene Tazi-Preve

WDR 5 Neugier genügt - Redezeit | 06.03.2018 | 30:26 Min.

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