Der Arzt der Armen

Der Arzt der Armen

Gerhard Trabert gründete das "Mainzer Modell" und die "Ambulanz ohne Grenzen". Dort können sich Wohnungslose und Menschen ohne Krankenversicherung kostenlos behandeln lassen. Mit seinem Arztmobil fährt er durch Innenstädte, versorgt - und ist ein Freund.

Der Arzt Gerhard Trabert versorgt eine Frau mit Wasser.

Gerhard Trabert trifft Anneliese Schneider und behandelt sie. Der 61-Jährige ist Arzt für Allgemein- und Notfallmedizin. Er will die Spirale aus Armut und Krankheit durchbrechen. Seit 20 Jahren behandelt er Wohnungslose nicht nur mit Medikamenten, sondern auch mit Anteilnahme und Freundschaft.

Gerhard Trabert trifft Anneliese Schneider und behandelt sie. Der 61-Jährige ist Arzt für Allgemein- und Notfallmedizin. Er will die Spirale aus Armut und Krankheit durchbrechen. Seit 20 Jahren behandelt er Wohnungslose nicht nur mit Medikamenten, sondern auch mit Anteilnahme und Freundschaft.

Bei seinen täglichen Streifzügen durch die Welt der Obdachlosen sieht und erlebt Gerhard Trabert, was Armut in Deutschland heißt. Er sagt: "Die Strukturen in unserem Land sind defizitär und unmenschlich. Arme Menschen sterben früher."

Sprechstunde in den Wintercontainern von Wohnungslosen. Trabert fragt: "Das Arztmobil ist da, braucht jemand etwas?" Der Mediziner arbeitet auch als Professor für Sozialmedizin und Sozialpsychiatrie an der Hochschule Rhein/Main, Wiesbaden.

Der wohnungslose Herr Dusa macht Platte in der Mainzer Fußgängerzone. Trabert besucht ihn. Etwa 18.000 Menschen leben in Deutschland auf der Straße. 90 Prozent davon bräuchten dauerhaft ärztliche Hilfe, schätzt Trabert.

Herr Dusa lässt sich von Dr. Trabert behandeln. Der Arzt sagt: "Wer unter Brücken schläft, im Obdachlosenheim seine Restwürde verteidigt und froh über eine kostenlose Suppe in der Wärmestube ist, lebt mitten in Deutschland - und doch in einer anderen Welt: ohne Geld, ohne Sicherheit und ohne Krankenversicherung."

Auch das ist Teil seiner Arbeit: Gerhard Trabert bespricht mit einem Patienten die Verlegung in ein Hospiz.

Auf seinen Touren begegnet Trabert vielen Arten von Obdachlosigkeit. Die Menschen, die auf der Straße leben, versuchen das Beste aus ihrer Lage zu machen: zum Beispiel mit Lichterketten in einem Wäldchen.

Stand: 08.12.2017, 10:13 Uhr