Entwicklungshilfe – NRW-Know-how für Nahost

Entwicklungshilfe – NRW-Know-how für Nahost

Was in Deutschland funktioniert, passt noch lange nicht im globalen Süden. Diesem Grundsatz in der Entwicklungshilfe folgt eine Delegation aus NRW. Sie probieren einen Austausch auf Augenhöhe mit einem libanesischen Dorf fünf Kilometer entfernt von der syrischen Grenze. Wie gelingt das?

Die libanesische Ortschaft Al Quaa

Die libanesische Ortschaft El Kaa ist knapp fünf Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Hier leben 13.000 Menschen, die vor allem von Agrarwirtschaft leben. Mit dem Krieg im Nachbarland Syrien flohen viele Menschen in das Dorf, etwa 30.000 syrische Geflüchtete, die kommunale Infrastruktur hielt das nicht aus.

Die libanesische Ortschaft El Kaa ist knapp fünf Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Hier leben 13.000 Menschen, die vor allem von Agrarwirtschaft leben. Mit dem Krieg im Nachbarland Syrien flohen viele Menschen in das Dorf, etwa 30.000 syrische Geflüchtete, die kommunale Infrastruktur hielt das nicht aus.

Zu wenig Schulen, keine Elektrizität, knappes Trinkwasser. Die schlechte Infrastruktur trifft vor allem die ungefähr 30.000 geflüchteten Syrer*innen, die seit Jahren in Behilfs-Konstruktionen aus Holz und Planen außerhalb der Stadt leben.

Der Bürgermeister Bachir Mattar beweist soziale Resilienz. Er möchte, dass Syrer*innen und Libanes*innen gleiche Chancen bekommen: Zugang zu Bildung, zu Spielplätzen und Jobs. Dafür akquiriert er internationale Fördergelder von den Vereinten Nationen, Großbritannien, Italien oder Deutschland.

Christiane Marks und Elisabeth Stricker vom Netzwerk Innenstadt NRW und Andreas Reinéry aus Kirchhundem sind nach El Kaa angereist. Sie lassen sich vom Bürgermeister Bachir Mattar zeigen, welche Projekte er voranbringt…

…und welche Projekte scheitern. Dazu gehört eine Mülltonne, gefördert von der Deutschen Regierung. Sie durchziehen zwei Risse und ein Loch klafft im Deckel.

Die Mülltonnen in El Kaa zeigen, wie Entwicklungshilfe oft funktioniert. Westliche Regierungen geben Gelder frei, die von Organisationen in Projekte gesteckt werden - in Mülltonnen, obwohl es keine Müllabfuhr gibt...

…oder in Basketballfelder ohne Dach, die zum Spielen im Sommer zu heiß sind.

Die Gegenstände verwahrlosen. Denn die Menschen wissen nichts damit anzufangen oder es passt nicht zu ihren Bedürfnissen.

Die Delegation aus NRW möchte deshalb nicht einfach Geld geben. Sie möchten herausfinden, wie sie auf kommunaler Ebene Probleme zusammen angehen können.

Eine Möglichkeit ist ein Gemüsemarkt, den die libanesische Kommune baut. Ob sie Auberginen, getrocknete Feigen oder Honig verkaufen, die Kommunen aus NRW könnten mit der Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten helfen. Engagement Global koordiniert das Projekt und hat El Kaa als Kooperationspartner ausgewählt, weil dort schon viel passiert. Anstatt von den Gebern ausgehend Initiativen zu starten, soll die Kommune in der Lage sein, selbst zu bestimmen, wie internationale Fördergelder eingesetzt werden.

Richtungsweisend in der Zusammenarbeit bleibt die libanesische Kommune – und nicht die Fachleute aus dem Westen.

Stand: 29.08.2019, 13:42 Uhr