Rumänien: Wisente in Freiheit

Obwohl sie gerne an Baumrinden knabbern sind Wisente gut für den Wald und ein gesundes Ökosystem. Das zeigt ein erfolgreiches Wisent-Auswilderungsprojekt in den rumänischen Karpaten, wo in Deutschland gezüchtete Wisente in Freiheit leben dürfen.

Auch im Rothaargebirge in NRW lebt eine kleine Herde Wisente. Die europäischen Bisons bewegen sich, betreut von einem Verein, frei und gemächlich durch die Wälder. Das sorgt für Probleme bei den Waldbauern, denn Wisente fressen neben Gras und Pflanzen auch Baumrinde und schädigen dabei die von ihnen "geschälten" Bäume. Für einen Wirtschaftswald sehr ungünstig.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts lebten Wisente in vielen Ländern Europas, bis sie durch den Menschen fast vollständig ausgerottet wurden. Doch eine konsequente Nachzucht sorgte dafür, dass es inzwischen wieder frei lebende Wisentherden in einigen Regionen Europas gibt, vor allem in Osteuropa. Hier, in tiefen, weiten Mischwäldern, haben die Tiere den Raum, den sie zum Überleben in freier Wildbahn brauchen, wandern ohne jede Begrenzung durch wilde, ursprüngliche Landschaften. Sie helfen sogar dabei, das Klima zu schützen, indem sie den Wald durch ihre Ernährungs- und Wandergewohnheiten gesund halten.

Im rumänischen Ţarcu-Gebirge gibt es ein besonderes Projekt: Hier arbeiten das Wisent-Gehege Springe in Niedersachen, die niederländische NGO Rewilding Europe und der rumänische WWF zusammen. Das Projekt hat es geschafft, eine "Wildniswirtschaft" aufzubauen, von der auch die lokale Bevölkerung durch sanften Wildnistourismus profitiert.

Autorin: Anke Ulke

Redaktion: Chris Hulin