Wenn Eltern viel aufs Handy starren

Vater macht mit dem Handy ein Foto von Kind und Mutter

Wenn Eltern viel aufs Handy starren

Ping! Wieder eine Textnachricht. Wird schnell gelesen, auch wenn das Kind gerade spricht. Bloß: Wenn Eltern immer wieder auf ihr Smartphone starren, kann das bei Kindern zu Entwicklungsstörungen führen. Das legen zumindest Studien nahe.

Die Smartphonenutzung von Eltern und häufige sogenannte Technoferenzen, also kleine durch Technik verursachte Störungen, können sich negativ auf das Bindungsverhältnis zwischen Eltern und Kindern auswirken. Und eine unsichere Bindungserfahrung kann bei den Kindern zu Unruhe und Entwicklungsnachteilen bis hin zu posttraumatischen Belastungsstörungen führen. Davor warnt Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland. Gerade in der frühkindlichen Entwicklung sei das Smartphone vor dem Gesicht der Bezugsperson besonders schädlich.

Um Eltern bewusst zu machen, wie oft sie ihr Smartphone unbedacht in der Nähe ihrer Kinder benutzen, hat der Kinderschutzbund Düsseldorf die Plakataktion "Sprich mit mir!" ins Leben gerufen. Kinderarzt Hauke Duckwitz verweist auf Studien über Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu Sprachentwicklungsstörungen. Diese könnten demnach verursacht werden durch Eltern, die beim Spielen oder gemeinsamen Essen immer wieder auf ihr Handy gucken. Eltern richten offenbar ziemlich großen Schaden an, wenn sie einer eingehenden Nachricht mehr Aufmerksamkeit schenken als dem eigenen Kind.

Autor: Christian Geuenich

Redaktion: Jessica Eisermann

Wenn Eltern viel aufs Handy starren

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 05.06.2020 19:34 Min. Verfügbar bis 05.06.2021 WDR 5 Von Christian Geuenich

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