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23.03 - 06.00 Uhr ARD Infonacht
Hans Albers als toller Bomberg

Der Vorname "Hans"

Hans ist der Prototyp des deutschen Mannes: groß, blond, vielleicht schon leicht ergraut und auf jeden Fall weiß. So wie Hans Albers. Oder Hans im Glück. Oder einfach nur Onkel Hans. Denn fast jede und jeder hat einen. Das Phänomen dieses Vornamens haben Jenni von Massow und Marcela Drumm ergründet.

Der Name Hans gehörte bis Mitte des 20. Jahrhunderts zu den beliebtesten Vornamen in Deutschland. Namensforscher Jürgen Udolph ordnet Hans als Kurzform von Johannes den biblischen Namen zu mit der Bedeutung: "Gott ist gnädig".

Weniger gnädig sind die Menschen, die mit dem Namen Hans abrechnen. Laut Autorin Hatice Akgül ist Hans weiß, blond, hat blaue Augen – aber keine große Leidenschaft. In ihrem Buch "Einmal Hans mit scharfer Soße" nennt die türkische Einwanderer-Familie alle deutschen Männer "Hans". Verlässlich, aber bieder. Ein bisschen wie Hans Beimer aus der Lindenstraße eben.

Nicht nur in Deutschlands großer Soap-Opera spielt Hans eine große Rolle. Schon in vielen Märchen ist er als Prototyp vertreten: Hans im Glück, Hans Guck in die Luft, Hänsel und Gretel und Hänschen Klein. Hans als typisch männliche Märchenfigur kann sehr flexibel besetzt werden.

Auch auf der politischen Bühne spielt Hans eine große Rolle: Im Zeitraum von 1949 bis 2018 gab es mehr Staatssekretäre mit dem Namen Hans als jemals ernannte Frauen. Diese Recherche brachte Redakteure der Wochenzeitung DIE ZEIT zur Bezeichnung "Hans Bremse": Denn Hans hilft Hans – und nicht Helga. Männernetzwerke befördern sich gegenseitig und behindern Frauen. Eine Form von Ausbremsen des weiblichen Geschlechts.

Autorinnen: Marcela Drumm, Jenni von Massow

Redaktion: Gundi Große

Der Vorname "Hans"

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 21.06.2022 23:18 Min. Verfügbar bis 20.06.2023 WDR 5 Von WDR5 Funktion


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