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Venedig nach dem Rekord-Hochwasser

Venedig

Venedig nach dem Rekord-Hochwasser

Die Lagunenstadt Venedig ist zwar Hochwasser gewohnt, doch die Flut vom 12. November 2019 war größer und das Wasser kam mit mehr Kraft, so dass die Bevölkerung mit den Folgen noch lange zu kämpfen hat. Von Lisa Weiß

Besonders im Winter ist "Acqua Alta", Hochwasser und Überschwemmungen in der Lagunenstadt Vendedig üblich. Doch die außergewöhnlich starke und hohe Flut im November 2019 verursachte Folgen, die die Stadt bis heute beschäftigten. So ist etwa eins der berühmtesten Gebäude der Stadt, der Markusdom, durch die Wassermassen schwer beschädigt. Viele Ladenbesitzer haben alles verloren. Zusätzlich hat Vendeig mit den aufgrund der Corona-Pandemie in Italien ausbleibenden Tourist*innen zu kämpfen. Ursache des "Acqua Alta" dürfte unter anderem der Klimawandel sein. Ein weiterer Faktor scheint ausgerechnet das Hochwasserschutzsystem "Mose" zu sein, das seit vielen Jahren im Bau ist und eigentlich den notwendigen Schutz bringen soll. Viele Venezianer*innen hatten schon die Hoffnung verloren, dass es jemals kommt – die Generalprobe am 10. Juli 2020 war jedenfalls erfolgreich, zum ersten Mal war Venedigs Lagune für kurze Zeit vom Meer getrennt.

Autorin: Lisa Weiß

Redaktion: Jessica Eisermann

Venedig nach dem Rekord-Hochwasser

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 15.07.2020 19:34 Min. Verfügbar bis 14.07.2021 WDR 5 Von Lisa Weiß

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Venedig nach dem Rekord-Hochwasser

Die Lagunenstadt Venedig in Italien hat im November 2019 Winter eine der größten Überschwemmungen ihrer Geschichte erlebt. Wie die Stadt mit den Folgen umgeht und sich auf weitere Fluten, die durch den Klimawandel verursacht werden können, vorbereitet, hat Lisa Weiß festgehalten.

Boote fahren auf dem Wasser in der Lagunenstadt Venedig in Italien.

Im November 2019 hat die Lagunenstadt Venedig das schwerste Hochwasser seit 1966 erlebt. Und dann kam Corona.

Im November 2019 hat die Lagunenstadt Venedig das schwerste Hochwasser seit 1966 erlebt. Und dann kam Corona.

Die Lagunenstadt Vendig soll von einem milliardenteuren Hochwasserschutzsystem gesichert werden: Mose.

Auf einer künstlichen Insel am Rand der Lagune ist die Schaltzentrale von Mose.

"Mose" ist ein Symbol geworden für vieles, was falsch läuft in Italien. Viele Venezianer winken nur noch ab, wenn sie den Namen Mose hören. Doch jetzt soll das Projekt so gut wie fertig sein. Im Juli 2020 verliefen Tests positiv.

Alvise Papa im Wettervorhersage- und Flutwarnungszentrum der Stadt Venedig. Über viele Bildschirme flimmern Daten von Messstationen und Satelliten. Der Physiker Papa und seine Kollegen berechnen jeden Tag eine Hochwasservorhersage. 187 cm war das Hochwasser im November 2019, höher stand das Wasser nur 1966.

Bürgermeister Luigi Brugnaro weiß keine umfassende Antwort auf die Probleme des Klimawandels. Eine Idee sei, man könne in Venedig anfangen, es könnte hier eine große Agentur geben, die Klimaphänomene weltweit erforscht, mit besonderer Berücksichtigung des Wassers.

Bis Ende Juni haben nach Angaben der Stadt Venedig gut 1500 venezianische Einwohner und Geschäftsleute Geld für die Schäden bekommen, Italien hat dafür Millionen Euro ausgegeben, ebenso wie für die Restaurierung öffentlicher Gebäude.

Die Lagunen von Venedig gehörten während der Corona-Zeit fast ausschließlich den einheimischen Venezianern.

Der venezianische Karneval wurde 2020 abgesagt. In dem kleinen Laden warten die Masken auf die kommende Saison.

Die typischen venezianischen Masken in unterschiedlichen Versionen.

Venedig bei Nacht. Langsam öffnet sich die Stadt mit den unermesslichen Kulturgütern wieder dem Tourismus.
Autorin: Lisa Weiß
Redaktion: Jessica Eisermann