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23.03 - 06.00 Uhr ARD Infonacht

Die Toten im Kriegstunnel

Mitten im Wald hat Pierre Malinowski den Eingang zum Todestunnel freigelegt.

Die Toten im Kriegstunnel

Ein Tunnel in der Picardie wurde im Mai 1917 für mehr als 200 deutsche Soldaten zur Todesfalle. Als sie dort vor Angriffen Schutz suchten, stürzte er ein. Nun hat ein französischer Hobby-Archäologe den Eingang freigelegt.

Der "Winterbergtunnel", in dem sich die Tragödie abgespielt hat, konnte nach dem Ersten Weltkrieg nicht gefunden werden. Später geriet er in Vergessenheit. Bis Alain Malinowski, ein Pariser Metro-Fahrer und Hobby-Historiker, rein zufällig in einem Militär-Archiv auf Pläne des Tunnels stieß. 

Der 63-Jährige stammt aus der Picardie und hatte dort schon in seiner Jugend nach militärischen Überbleibseln gesucht. Nun durchstreifte er das betreffende Waldstück, vermaß seine Anhaltspunkte und kalkulierte die Lage des Tunnels. Allerdings zeigten sowohl die deutschen als auch die französischen Behörden wenig Interesse an seinen Recherche-Ergebnissen.

Seine Leidenschaft übertrug sich jedoch auf seine beiden Söhne, die – verbotenerweise – mit einem Bagger gruben und tatsächlich Spuren fanden. Und jetzt? Derzeit bereiten deutsche und französische Behörden eine genaue Untersuchung vor. Dazu soll der Tunnel teilweise geöffnet und dann mithilfe einer Kamera erforscht werden.

Autorin: Bettina Kaps

Redaktion: Gundi Große

Die Toten im Kriegstunnel

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 24.02.2021 20:19 Min. Verfügbar bis 23.02.2022 WDR 5 Von Bettina Kaps


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