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Trostessen

Assortment of chocolates

Trostessen

Wir essen zum Trost, als Belohnung und nach Streitigkeiten, bei Liebeskummer oder bei Einsamkeit. Trostessen ist häufig mit einer Prise sehnsuchtsvoller Sentimentalität gewürzt und schmeckt nach zu Hause und Geborgenheit.

Selbst wenn wir allein essen, holen wir uns über die mit dem Gericht verbundenen Gefühle und Erinnerungen gewissermaßen Mama oder Oma wieder mit an den Tisch. "Essen und Emotionen gehören ganz eng zusammen", sagt die Krefelder Ernährungspsychologin Ute Meusel. Geprägt durch die süße Muttermilch, das tröstende Eis und das Belohnungssystem der Kindheit ist das schönste Trostessen häufig Süßes, insbesondere Schokolade. Deftige und üppige Seelentröster dagegen verlagern die Durchblutung und die Konzentration vom Kopf in den Bauch. Das ist gut, um nach einem langen Arbeitstag abzuschalten, aber vom Effekt her – von ein paar Glücksmomenten abgesehen – wie eine Kurznarkose und leider wenig nachhaltig.

Glücksgefühle entstehen aber auch, wenn wir bewusst essen, die Aromen riechen und schmecken und mit allen Sinnen genießen – und wenn wir nicht allein essen. Die Ernährungspsychologin betont: "Eine artgerechte Nahrungsaufnahme ist eine in Gesellschaft."

Autor: Christian Geuenich

Redaktion: Jessica Eisermann

Trostessen

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 10.01.2020 19:35 Min. Verfügbar bis 09.01.2021 WDR 5 Von Christian Geuenich

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