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Marvin Gaye zum 35. Todestag

Auf seiner Beerdigung steht ein Portrait von Marvin Gaye, umgeben von Blumensträußen.

Marvin Gaye zum 35. Todestag

Er ist eine Soul-Legende. Sein Leben war dramatisch und endete schon einen Tag vor seinem 45. Geburtstag. Marvin Gaye wurde am 1. April 1984 von seinem Vater erschossen.

Schon als kleiner Junge sang Marvin Gaye im Kirchenchor seines Vaters, der Priester in einer fundamentalistischen Gemeinde in Washington war. Die Regeln waren nicht nur in der Kirche streng. Bei den Gayes zuhause wurde viel gebetet - und ebenso viel geprügelt. Marvin wollte auf die Bühne, ans Mikrofon, wohl auch um seinem Vater zu gefallen und er entwickelte eine fantastische Stimme, die drei Oktaven umspannte.

Es blieb nicht beim Gotteslob. Erst waren es harmlose Liebesschnulzen, die er aufnahm, später konnte er seine Plattenfirma Motown Records davon überzeugen, bis dahin verpönte Themen des Alltags zu veröffentlichen. Marvin Gaye sang von sozialen Unruhen in den Ghettos, dem Vietnam-Krieg, Drogen, Umweltzerstörung. Weltliche Musik - "Teufelszeug". Seine Songs klingen echt: Sehnsucht, Liebe und Erotik, Trauer und tiefe Verzweiflung. Er weiß wovon er singt, hat heftige Probleme mit der Familie, auch mit Frauen, mit Drogen. In einem Interview sagt er:

"Ich habe mein Leben lang gekämpft. Erst gegen meine Familie, dann gegen meine Plattenfirma, gegen meine beiden Ehefrauen - und immer wieder gegen meinen "lieben" Vater. Aber der härteste Kampf war der gegen die Dämonen in mir. Das hat mich zu dem gemacht, der ich bin."

Sein Biograf ist nach Marvin Gayes Tod davon überzeugt, dass der Sänger es darauf angelegt habe, von seinem Vater getötet zu werden.

Autorin: Petra Müller

Redaktion: Regina Tanne

Aus der Seele gesungen - Marvin Gaye zum 35. Todestag

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 01.04.2019 19:10 Min. WDR 5

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