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Sterbefasten - Hungern bis zum Tod

Ein Pfleger hält die Hand einer Bewohnerin im Altenheim

Sterbefasten - Hungern bis zum Tod

Sterbefasten ist der freiwillige Tod durch Verzicht auf Nahrung. Diesen Wunsch haben immer mehr "hochbetagte" Menschen. Was bedeutet ein solcher Schritt für Angehörige und Helfer? Ursula Reinsch hat sie befragt.

Die Möglichkeit, durch Fasten zu sterben, ist seit der Antike weltweit in vielen Kulturen bekannt – auch in europäischen. Gute Voraussetzungen für Sterbefasten sind ein hohes Lebensalter, jenseits von 85 Jahren, und eine schwere Krankheit. Junge Menschen würden den Durst nicht aushalten. Die Internistin und Palliativmedizinerin Claudia Lang begleitet auch solche Sterbeprozesse. "Wir unterscheiden in der Palliativmedizin nicht, warum ein Mensch in einer Sterbesituation ist", erklärt sie.

Ein solcher Schritt betrifft nicht nur die Sterbenden, sondern immer auch die Angehörigen. Sie leiden häufig unter Schuldgefühlen: "Habe ich mich nicht genug gekümmert?" Deshalb müsse man den Prozess begleiten, sagen Christiane und Hans-Christoph zur Nieden, die über Sterbefasten Bücher geschrieben haben. Doch auch die beste Kommunikation solle nicht darüber hinwegtäuschen, dass Sterbefasten nicht für jeden lebens- und leidensmüden Menschen das richtige sei.

Autorin: Ursula Reinsch

Redaktion: Lioba Werrelmann

Sterbefasten - Hungern bis zum Tod

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 03.02.2020 20:14 Min. Verfügbar bis 30.01.2021 WDR 5 Von Ursula Reinsch

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