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Die SPD im Osten

Plakate der SPD in Karl-Marz-Stadt (Chemnitz), aufgenommen im Februar 1990.

Die SPD im Osten

In Sachsen hat die SPD einstellige Wahlergebnisse erzielt, in Thüringen droht ihr ein ähnliches Schicksal. Dabei war die Partei in den Wendetagen hoffnungsvoll gestartet. Sven Kästner hat sich auf die Spuren der ostdeutschen Sozis begeben.


"Unsere Freunde in aller Welt seien versichert, dass der Sozialismus auf deutschem Boden, in der Heimat von Marx und Engels, auf unerschütterlichen Grundlagen steht", erklärt Erich Honecker am 7. Oktober 1989 im Palast der Republik. Während die SED-Parteispitze ungeachtet der in den Westen geflüchteten Menschen den 40. Jahrestag der DDR feiert, treffen sich 43 Bürger im Pfarrhaus Schwante und gründen vor den Toren Berlins eine sozialdemokratische Partei. Es ist die erste nach demokratischen Regeln gegründete Partei in der DDR. "Die Opposition in der DDR gewinnt an Boden", verkündet die westdeutsche Tagesschau an diesem Abend.

Die neuen Sozialdemokraten wollen das Machtmonopol der SED brechen und für eine parlamentarische Demokratie auf dem Gebiet der DDR kämpfen. Die erste Enttäuschung erfolgt bei der ersten freien DDR-Parlamentswahl am 18. März 1990, die SPD erreicht nur knapp 22 Prozent der Stimmen. Heute würde die ostdeutsche SPD über dieses Ergebnis jubeln. Statt sich als soziale Volkspartei zu etablieren, verlieren die Sozialdemokraten in 30 Jahren immer mehr Stimmen an die Linken und in den letzten Jahren auch an die AfD.

 Autor: Sven Kästner

Redaktion: Regina Tanne und Julia Lührs

Die SPD im Osten

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 07.10.2019 18:17 Min. Verfügbar bis 03.10.2020 WDR 5 Von Sven Kästner

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