Politisch Essen: Solidarische Landwirtschaft

Ackerfläche mit Lauchgemüse der Gemüsekoop e.V. in Widdersdorf bei Köln

Politisch Essen: Solidarische Landwirtschaft

"Essen ist politisch", heißt das Motto der "Wir-haben-es-satt-Demo" zur grünen Woche. Gegen die Praktiken der Agrarindustrie protestieren auch viele, die mit "Solidarischer Landwirtschaft" zum Umdenken anregen möchten.

Seit acht Jahren fordern zehntausende Demonstranten, während der jährlichen Leistungsschau der Agrarwirtschaft, eine Landwirtschaftspolitik, die ökologischen und nachhaltigen Prinzipien folgt, anstatt marktwirtschaftlichen Interessen. Nun ist Protest besonders nachdrücklich geplant, denn im März 2019 wird das EU-Parlament darüber entscheiden, wie die Subventionen für Landwirtschaft verteilt werden. Viel Druck von unten soll dabei helfen, die Produktionsweisen der Bauern umwelt- und sozialverträglicher zu machen.

Abholstelle des Lindenhofs in Gelsenkirchen

Abholstelle der Solawi "Lindenhof" in Gelsenkirchen.

Mit der Erfahrung, dass die politischen Mühlen langsam und manchmal gar nicht mahlen, warten Bürgerinnen und Bürger in vielen Regionen Europas nicht auf die Entscheidung der EU. Sie organisieren selbst eine Landwirtschaft, die die Natur respektiert, in der Konsumenten und Produzenten jenseits von Zwängen des Weltmarkts zusammenarbeiten. Sie beziehen ihr Gemüse und ihr Fleisch von Höfen, die Teil der Bewegung "Solidarische Landwirtschaft" sind, "Solawi" genannt. Die meist kleinen Bauernhöfe versorgen die Menschen in ihrer Umgebung und bekommen dafür unabhängig vom Ertrag garantierte Preise. In NRW gibt es mittlerweile 20 "Solawis", Tendenz steigend. Susanne Kabisch hat den Lindenhof in Gelsenkirchen und eine Solawi in Düsseldorf besucht.

Autorin: Susanne Kabisch

Redaktion: Regina Tanne

Politisch Essen: Solidarische Landwirtschaft

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 17.01.2019 18:09 Min. Verfügbar bis 16.01.2020 WDR 5

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