Die Paradoxien "russischer Juden"

Katja Garmasch bei der Aufnahme in die jüdische Gemeinde

Die Paradoxien "russischer Juden"

Die meisten Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland kamen Anfang der 1990er-Jahre aus der Sowjetunion – ohne allerdings zu wissen, was "Jüdisch-Sein" eigentlich bedeutet und was von ihnen erwartet wird. Wie unsere Autorin Katja Garmasch.

Es gibt unterschiedliche Schätzungen, wie viele Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland leben. Gut 200.000 ist zu lesen. Die meisten kamen Anfang der 1990er-Jahre als sogenannte Kontingentflüchtlinge auf Einladung der Regierung. Die "russischen Juden" sollten das jüdische Leben in Deutschland wieder aufblühen lassen. Oder es retten. Soweit die Theorie.

Natürlich ist vieles in der Wirklichkeit viel komplizierter. Zunächst einmal war "jüdisch" in der Sowjetunion die Bezeichnung für eine Volkszugehörigkeit, in Deutschland hingegen für eine Religionszugehörigkeit. Noch dazu eine, die nach jüdischen Religionsgesetzen, der Halacha, von der Mutter vererbt wird. In der Sowjetunion galten aber auch diejenigen als Juden oder Jüdinnen, die den väterlicherseits vererbten jüdischen Nachnamen trugen. Kurz: Jüdisch hier und jüdisch dort waren zwei verschiedene … tja, was eigentlich?

Was ist dieses "Jüdisch-Sein“? Das galt es für viele der "neuen" Juden in Deutschland erst herauszufinden. Wer bestimmte und bestimmt heute überhaupt darüber? Und wie war der Umgang untereinander, das Ankommen, das Einfinden in "das jüdische Leben"?

Katja Garmasch ist in Usbekistan aufgewachsen. Sie kam mit 16 Jahren als "Kontingentflüchtling" nach Deutschland und erzählt die Geschichte dieser Einwanderer-Gruppe, die ihrer Familie und warum diese "importierten" Jüdinnen und Juden sich lange wie Mangelware vorkamen.

Autorin: Katja Garmasch

Redaktion: Valentina Dobrosavljević

Die Paradoxien "russischer Juden"

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 21.10.2021 21:25 Min. Verfügbar bis 20.10.2022 WDR 5 Von Katja Garmasch


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