Rolf-Ulrich Kaiser zum 75. Geburtstag

Orangene 70er Blumen

Rolf-Ulrich Kaiser zum 75. Geburtstag

In der Erinnerung an die politische 68er-Bewegung wird häufig der subkulturelle Bereich übersehen: das deutsche Pendant zur amerikanischen Hippie-Bewegung. Deren wichtigster Mann war Rolf-Ulrich Kaiser.

Rolf Ulrich Kaiser bei "Ende offen"  in der legendären Folge mit der Axt 1971

Rolf Ulrich Kaiser 1971 in der WDR-Talkshow "Ende offen"

Seit 1964 begleitete Rolf-Ulrich Kaiser die deutsche Liedermacherszene, berichtete von den Burg-Waldeck-Festivals und schrieb sogar ein Buch mit dem schlichten Titel "Das Song-Buch". Es enthielt neben Liedtexten auch Interviews mit den amerikanischen Vorbildern, mit Pete Seeger und Joan Baez. Er gehörte zu den Organisatoren der Essener Songtage 1968, einem Meilenstein der deutschen Rockkultur.

Später gründete Rolf-Ulrich Kaiser mit Unterstützung von Peter Meisel, damals Direktor des Hansa Musikverlags, das Plattenlabel OHR, das sich bald zum wichtigsten Multiplikator des Krautrock entwickeln sollte. Nach vielen engagierten Stationen in der Musikszene traf Rolf-Ulrich Kaiser dann auf den amerikanischen Drogenpapst Timothy Leary, den er mehrfach in seinem Schweizer Exil besuchte. Rolf-Ulrich Kaiser verirrte sich schließlich selbst im LSD-Rausch und wurde zunehmend unfähig, seine Label-Arbeit fortzusetzen. 1975 zog er sich vollkommen zurück und ist seitdem nicht wieder öffentlich in Erscheinung getreten.

Autor: Albert Wiedenhöfer

Redaktion: Gundi Große

Rolf-Ulrich Kaiser zum 75.Geburtstag.

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 18.06.2018 | 22:14 Min.

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