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Der goldene Spiegel dessen Provenienz Andi Ueding recherchiert.

Provenienz – Die Geschichte eines Spiegels

Gemeinsam mit ihrer Mutter stellt WDR-5-Autorin Andi Ueding fest, dass ein großer, blattvergoldeter Spiegel aus ehemals jüdischem Besitz stammen könnte. Ist er NS-Raubgut? Und jetzt? Eine Spurensuche von Andi Ueding.

Ende der 1960er Jahre hat den großen blattvergoldeten Spiegel eine ältere Dame an die Mutter der Autorin Andi Ueding verkauft. Der Spiegel ist Andi Ueding von kleinauf vertraut. Die ältere Dame erzählte beim Verkauf, sie habe ihn von reichen Leuten geschenkt bekommen, die in die USA ausgewandert seien. Ob diese Geschichte stimmt oder nicht, lässt sich nicht mehr herausfinden. Aber das Gefühl zu dem Spiegel wird für die Mutter und die Tochter Jahrzehnte später unangenehm.

Die Provenienz, die Besitzverhältnisse von NS-bedingt entzogenen Kunstwerken, ist inzwischen häufig Thema. Aber kaum jemand spricht über die Herkunft, die Provenienz, von den Dingen des Alltags. Dabei war das der größte Teil geraubten Besitzes. Niemand weiß, wie viele Betten, Schränke, Tische, Schmuckstücke und Porzellan in deutschen Haushalten von heute ursprünglich jüdisches Eigentum waren. Mutter und Tochter ist unwohl dabei, dass die Besitzverhältnisse des großen, goldenen Spiegels ungeklärt bleiben. Sie versuchen herauszufinden, wem der Spiegel gehört haben könnte, bevor er in ihren Haushalt kam.

Autorin: Andi Ueding

Redaktion: Jessica Eisermann

Buchtipp

Carolin Lange (2022): Der Raub der kleinen Dinge. Belastetes Erbe aus Privatbesitz: Ein Leitfaden für Museen. Herausgegeben von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern. Deutscher Kunstverlag (DKV): Berlin. 80 Seiten. ISBN 9783422987654

Provenienz – Die Geschichte eines Spiegels

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 13.05.2022 22:36 Min. Verfügbar bis 12.05.2023 WDR 5 Von Andi Ueding


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