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23.03 - 06.00 Uhr ARD Infonacht
Symbolbild Pflegenotstand: In Deutschland fehlen 200.000 Pflegekräfte

Pflege: Eigentlich ein toller Beruf?

Die Politik wird nicht müde zu betonen, Pflegende verdienten mehr
"Wertschätzung", bessere Arbeitsbedingungen, mehr Geld. Geändert hat sich bislang allerdings kaum etwas. Dabei würden viele Pflegende ihren Beruf gerne bis zur Rente ausüben.

Ein Drittel aller Pflegekräfte ist Burnout gefährdet. Fast 40 Prozent denken immer wieder mal an einen Ausstieg aus dem Beruf oder wollen zumindest die Arbeitszeit reduzieren. Dabei fehlen bundesweit schon jetzt rund 200.000 Pflegekräfte. Im Jahr 2050 wird ein Drittel unserer Gesellschaft über 65 Jahre alt sein. Die Krise des Pflegeberufs ist wie ein Perpetuum Mobile – sie treibt sich selbst voran.

Frédéric Valin schreibt Essays und Erzählungen und verdient sein Leben immer wieder mal in der Pflege – auch aus Leidenschaft. In seinem Buch "Pflegeprotokolle" erzählen Pflegerinnen und Pfleger aus ihrem Alltag, ihren Aufgaben und Belastungen. Dabei sind es oft kleine Stellschrauben, die sie sich wünschen würden, um ihren eigentlich geliebten Beruf weiter auszuüben: mehr Personal, mehr Zeit für die Betreuenden, weniger Zeitdruck.

"Das ist ja nicht wie im Büro, da macht man einen schlechten Job und dann ist der Chef unglücklich", sagt Frederic Valin. "Sondern die Person, die man unglücklich macht in der Pflege, wenn man nicht in der Lage ist, den bestmöglichen Job zu machen, die ist ja völlig hilflos."

Autorin: Doris Arp

Redaktion: Julia Lührs und Barbara Geschwinde

Pflege: Eigentlich ein toller Beruf?

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 08.09.2022 22:15 Min. Verfügbar bis 07.09.2023 WDR 5 Von Doris Arp


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