"Potty Parity" – Pinkeln, ein Menschenrecht

Eine Toilette steht auf einem Feld

"Potty Parity" – Pinkeln, ein Menschenrecht

Ob Karneval, Kino, oder Oper – überall müssen Frauen anstehen, bevor sie pinkeln können. Männer nicht. Hm. Rebekka Endler über die weibliche Suche – nach Pinkelmöglichkeiten und nach Gleichberechtigung.

Die Geschichte dieser Recherche fängt mit einer jungen Niederländerin an. Sie wird nachts beim Wildpinkeln von der Polizei erwischt und soll ein Bußgeld bezahlen. Sie weigert sich. Ihre Argumentation: In einem Umkreis von drei Kilometern habe es keine einzige öffentliche Toilette gegeben. Der Fall landet vor Gericht – und bringt einiges ins Rollen.

Seit Jahrzehnten setzen sich Frauen überall auf der Welt für mehr Gleichberechtigung beim Pinkeln ein, denn das Problem ist ja nicht neu. Die Geschichte der öffentlichen Toilette ist die Geschichte des Patriarchats. Denn als das mit den öffentlichen Toiletten anfing, gehörte der öffentliche Raum vorwiegend Männern. Heute wird es als gerecht angesehen, wenn in öffentlichen Gebäuden sanitäre Anlagen für Frauen und Männer dieselbe Quadratmeterzahl haben. Gerecht, ach ja? Auf einer Männertoilette lassen sich doch viel mehr Möglichkeiten zum Wasserlassen verbauen als auf der Frauentoilette. Stichwort Urinal.

Auf wessen Bedürfnisse ist die Welt zugeschnitten? Es ist eine Frage von politischer Macht, gesellschaftlicher Teilhabe, Sicherheit und – nicht zuletzt eine Frage des richtigen Designs.

Autorin: Rebekka Endler

Redaktion: Valentina Dobrosavljevic

"Potty Parity" – Pinkeln, ein Menschenrecht

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 21.02.2020 21:24 Min. Verfügbar bis 19.02.2021 WDR 5 Von Rebekka Endler

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