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Paketewahnsinn

Das Bild zeigt Pakete auf einem Fließband.

Paketewahnsinn

Ein paar Klicks und schon bald kommt der Paketbote: Immer mehr Menschen kaufen online – besonders vor Weihnachten. Doch was für die einen bequem ist, bedeutet für die anderen Stress und oft fragwürdige Arbeitsbedingungen. Und nicht zuletzt ist der Online-Kaufrausch ein Klimakiller.

Markforscher gehen davon aus, dass zwei Drittel der Deutschen es tun: mal eben zwischendurch was bestellen, auf Smartphone oder Laptop. Alleine bei Amazon in Deutschland hat sich von 2004 bis heute die Menge der Bestellungen in Deutschland vervierfacht. Doch die Paketdienste – ob DHL, Hermes, DPD oder UPS – haben nach Einschätzung von Verdi nicht genügend Mitarbeiter, um diese Mengen zu bewältigen. Das führt zu hohem Arbeitsdruck – und dazu, dass gerade in der Weihnachtszeit Saisonarbeiter aus dem europäischen Ausland eingesetzt werden. Statt tariflichen Mindestlohn gibt es nach Erkenntnissen der Gewerkschaft auch schon mal Bezahlung nach Paket, keine ordentliche Unterbringung und fragwürdige Arbeitsbedingungen.

Zudem stuft die Umweltorganisation Greenpeace den Onlinehandel mit seinem Riesenlogistikapparat mittlerweile als viertgrößten Klimasünder ein. Neben den ohnehin schon vielen Autos auf der Straße prägen Pakettransporter das Straßenbild. Und Retourenware spielt in Sachen Klima eine doppelte Rolle: Die Produkte reisen nicht nur unnötigerweise um den Globus, sondern ganze 30 Prozent dieser Waren kommen gar nicht mehr in den direkten Verkauf. Diesen Sommer wurde bekannt, dass bei Amazon enorme Ressourcen einfach verbrannt werden.

Autorinnen: Jennifer von Massow und Marcela Drumm

Redaktion: Julia Lührs

Paketewahnsinn

WDR 5 Neugier genügt - das Feature | 17.12.2018 | 18:02 Min.

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