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Massenmörder vor Gericht

Nürnberger Prozesse, 1. Reihe v.l. Hermann Göring, Rudolf Heß, Joachim von Ribbentrop, Wilhelm Keitel dahinter 2. Reihe: Erich Raeder, Baldur von Schirach, Fritz Sauckel

Massenmörder vor Gericht

Vor 75 Jahren begannen die Nürnberger Prozesse. Das Verfahren gegen die NS-Kriegsverbrecher wird zum Vorbild für den Internationalen Straftgerichtshof. Jochanan Shelliem berichtet über Ankläger, Richter und die bisherigen Erfahrungen des "Weltgerichts".

Félicien Kabuga, einer der vermeintlichen Drahtzieher des Völkermordes in Ruanda, muss sich derzeit vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verantworten. Der Vertraute des damaligen ruandischen Präsidenten Juvénal Habyarimana hatte die Interahamwe Milizen ausgerüstet und aufgebaut, die für den Großteil der Morde verantwortlich waren. Und er war der Finanzier des Radios Mille Colline, mit dem der Genozid 1994 angestachelt und koordiniert worden war. Félicien Kabuga war rund 25 Jahre einer der weltweit meistgesuchten Männer. Im Frühjahr 2020 konnte er festgenommen und an den Internationalen Strafgerichtshof überstellt werden.

Dass Politiker heute für Massenmorde von einem internationalen Gericht zur Rechenschaft gezogen werden können, liegt auch an den ersten Nürnberger Prozessen. Vor 75 Jahren, am 20. November 1945, begann das Schwurgerichtsverfahren gegen die NS-Hauptkriegsverbrecher an der Fürther Straße. Zum ersten Mal mussten sich Politiker für von ihnen veranlasste Gräueltaten verantworten. Zu den Angeklagten gehörten unter anderen Hermann Göring als ranghöchster Nazi und Wilhelm Keitel als Chef der Wehrmacht. Jochanan Shelliem zeichnet den Weg von Nürnberg nach Den Haag nach und berichtet über Erfolge und Grenzen der internationalen Gerichtsbarkeit.

Autor: Jochanan Shelliem

Redaktion: Gundi Große

Massenmörder vor Gericht

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 20.11.2020 21:10 Min. Verfügbar bis 19.11.2021 WDR 5 Von Jochanan Shelliem


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