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Narbengeschichten: Verflixt und zugenäht

Narbe

Narbengeschichten: Verflixt und zugenäht

Narben kitzeln, jucken, verstören, identifizieren. Sie kündigen einen Wetterwechsel an und rufen gemischte Gefühle hervor, sogar Ekel, aber vor allem sind Narben Relikte. Das evoziert Geschichten.

Im Film ist sie das Accessoire des Bösen: die Narbe. Sie entstellt auffällig viele Schurken. Ob Frankenstein, Wonderwomans Widersacherin Doctor Poison oder Scar, den bösen Onkel im Disney-Film „Der König der Löwen“. Die entstellten und abstoßenden Gesichter haben eine erzählerische Funktion: Sie weisen den Zuschauer auf den verkommenen Charakter der Figuren hin. Derartige Rückschlüsse vom Äußeren auf das Innere sind bei realen Personen nicht zulässig. Und dennoch erzeugen Narben auch im echten Leben ein gespaltenes Echo. Ist ein Gesicht entstellt, sind wir hin- und hergerissen: Wollen wir uns abwenden oder hinschauen?

Als unwiderrufliche Einschnitte machen Narben neugierig. Oft erzählen sie die Geschichte einer Krankheit oder eines Unfalls. Ereignisse, die sich nicht nur in die Haut, sondern auch in die Seele einschreiben. Hannah Rau hat mit Menschen über ihre Narben gesprochen.

Autorin: Hannah Rau

Redaktion: Beate Wolff

Narbengeschichten: Verflixt und zugenäht

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 13.12.2018 19:59 Min. Verfügbar bis 12.12.2019 WDR 5

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