Eine Musikgruppe in Asturien im Jahr 2008

Musik in Asturien – eine archaische Kraft

Spanien ist immer für Überraschungen gut: Wer eine Reise zu den Gebirgstälern und Apfelhainen Asturiens im spanischen Norden unternimmt, trifft dort auf eine ebenso archaische wie faszinierende Kultur.

Instrumente wie die Sackpfeife, die Drehleier und das Tamburin, tagelange Feste und saftige Tänze, und eine Musik, die sich vom europäischen Mittelalter herleitet – das ist Asturien. Mit pikanten Liedern voller Ehebruch und Sinnenfreude, wo in Mühlen Schäferstündchen gefeiert und tüchtig die Ehemänner gehörnt werden. Nicht nur musikalisch ist Asturien ein Bundesland, das sich vom herkömmlichen Bild Spaniens stark unterscheidet. Quer durch Asturien erheben sich schroffe Kalkmassive, die bis zu 2600 Meter hoch sind. Auch die prall grünen Viehweiden und die Apfelpflanzungen erinnern eher an Südtirol als an Spanien.

Hier – durch Asturien hindurch – führte traditionell die alte Pilgerroute des Jakobswegs. Und diese Gegend ist auch deswegen historisch hochinteressant, weil die asturische Volksmusik einen gewaltigen Teil zur sozialrevolutionären Bewegung Spaniens beitrug: Sie befeuerte den Kampf um die Demokratie, der bereits 1934 im asturischen Bergarbeiteraufstand brutal niedergeschlagen wurde – von einem (bis dahin kaum bekannten) Kommandeur namens Francisco Franco.

Autor: Stefan Wimmer

Redaktion: Gundi Große

Musik in Asturien – eine archaische Kraft

WDR 5 Neugier genügt - das Feature 10.08.2022 22:47 Min. Verfügbar bis 09.08.2023 WDR 5 Von Stefann Wimmer


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